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Hahnenwasser bleibt unschlagbar

Eines der grössten Trinkwassereservoirs der Schweiz befindet sich in Zürich-Lyren.

(Keystone)

In der Schweiz ist Hahnenwasser zwischen 90 und 1000 Mal ökologischer als Mineralwasser. Dies sagt eine Studie anlässlich des Weltwassertages.

Hahnenwasser fliesst durch ein 50'000 km langes Verteilsystem. Trotzdem hat sich der Import von Mineralwasser in den letzten 10 Jahren verdreifacht.

Wer in der Schweiz Hahnenwasser statt Mineralwasser trinkt, tut nicht nur etwas für das Portemonnaie, sondern auch für die Umwelt. Darauf weisen die 3000 Schweizer Wasserversorgungen aus Anlass des Weltwassertages mit einer neuen Ökobilanz hin.

Die Schweiz hat im Unterschied zu vielen anderen Ländern perfektes Trinkwasser im Überfluss. Dennoch läuft das Geschäft mit den unterschiedlichsten Mineralwassern aus Glas- und Petflaschen wie geschmiert und beträgt heute rund einen Drittel des gesamten Trinkwassers.

Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) als Träger der Wasserversorgungen warb am Dienstag für sein Produkt. Erstmals seien die Umweltbelastungen von Trinkwasser und Mineralwasser detailliert untersucht worden.

Vor allem der Transport, aber auch Verpackung und Kühlung führten dazu, dass das Mineralwasser aus der Flasche die Umwelt weit stärker belaste als das Hahnenwasser, sagte SVGW-Direktor Anton Kilchmann. Das gelte insbesondere für Mineralwasser aus dem Ausland.

Umweltbelastung minimal

Die Studie "Ökobilanz Trinkwasser – Mineralwasser" zeigt insgesamt deutlich, dass sich die in der Schweiz bestehende zentrale Wasserversorgung mit dem weit verzweigten Rohrsystem sehr bewährt.

Sie ist nicht nur kostengünstig und zuverlässig, sondern auch umweltschonend und nachhaltig. Die Umweltbelastung durchs Wasser-Trinken ist im Vergleich zur gesamten Umweltbelastung eines Privathaushalts minimal.

Beim Warmwasserverbrauch hingegen kann viel Heizenergie und damit auch Geld gespart werden.

Umweltbelastender Transport

Gemäss der von ESU-services, Uster ZH, erstellten Ökobilanz ist das Wasser vom Wasserhahn bis 1000 Mal umweltfreundlicher als aus weiter entfernten EU-Ländern herangekarrtes Mineralwasser. Massiv zu Buche schlage das für den Transport des Wassers verwendete Erdöl.

Deutlich besser, aber immer noch weniger gut als Hahnenwasser, schneidet Mineralwasser aus Schweizer Quellen ab. Auch hier sei das Hahnenwasser noch rund 100 Mal umweltschonender. Werde das Hahnenwasser aber gekühlt oder durch ein Gerät mit Sprudel versetzt, schwinde der Abstand zum Mineralwasser sehr deutlich.

50'000 Kilometer Leitungen

Der umweltschonende Durstlöscher fliesst in der Schweiz durch ein Verteilsystem von rund 50'000 Kilometern. Täglich bereiteten die Wasserversorgungen in der Schweiz 160 Mio. Liter Wasser auf.

Zur guten Ökobilanz des Schweizer Trinkwassers trage auch bei, dass 40% davon wegen der guten Wasserqualität gar nicht erst aufbereitet werden müssten.

Nötige Investitionen ins Wassernetz müssten in den Gemeinden meist vom Stimmvolk abgesegnet werden. Jährlich würden rund 600 Mio. Franken investiert.

Anderswo sieht es anders aus

Ist die Schweiz in der glücklichen Lage, über genügend und sauberes Trinkwasser zu verfügen, stirbt weltweit alle 15 Sekunden ein Kind wegen Wassermangels oder fehlender sanitärer Einrichtungen. Das teilte das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF mit.

Rund 400 Mio. Kinder leiden unter der ungenügenden Wasserversorgung. In einer in Mexiko-Stadt veröffentlichten UNICEF-Erklärung heisst es, bei den Kindern im Alter unter fünf Jahren sei Durchfall infolge schlechter Hygienverhältnisse die häufigste Krankheit.

Viele Kinder seien dadurch so geschwächt oder beeinträchtigt, dass sie nicht zur Schule gehen könnten. In vielen Entwicklungsländern ergibt sich ein Teufelskreis: Wegen mangelnder Bildung gelingt es den Kindern nicht, sich aus dem Elend zu befreien. Die Folge sei "chronische Unterentwicklung".

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Nach ökologischen Gesichtspunkten ist es in der Schweiz besser, Hahnenwasser an Stelle von Mineralwasser in Flaschen zu trinken.

Wer dem Trinkwasser künstlich Kohlensäure beifügt, muss während fünf Jahren mit dem Apparat mindestens täglich einen Liter Wasser bearbeiten, um eine positive Ökobilanz zu erhalten.

Wer ausschliesslich Mineralwasser trinkt, sollte darauf achten, wie weit das Wasser herangeführt werden muss. Je näher, desto besser.

Die Studie zur Ökobilanz von Hahnenwasser, bzw. Wasser aus der Flasche, wurde von der unabhängigen Firma ESU-services in Uster durchgeführt, die sich auf ökologiebezogene Unternehmens- und Politikberatung spezialisiert hat.

Auftraggeber war der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW). Untersucht wurde ein städtisches Gebiet (Zürich) und die ländlichen Gebiete des Kantons Bern.

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Fakten

Ökobilanz:
Wer in der Schweiz 1 Liter Mineralwasser aus der EU trinkt, braucht dafür: 3,1 dl Erdöl
Mineralwasser aus der Schweiz: 1,5 dl Erdöl
1 Liter Trinkwasser: 0,003 dl Erdöl.

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