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Handlungsbedarf angesagt

Lese- und Schreibschwierigkeiten sollen stärker bekämpft werden.

(Grey)

In der Schweiz kämpft ein bedeutender Teil der Bevölkerung mit Lese- und Schreibschwierigkeiten. Dies soll sich ändern.

Nach Untersuchungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verfügen in der Schweiz 9% der Bevölkerung über Lesekompetenzen auf einem sehr bescheidenen Niveau. Bei der ausländischen Bevölkerung beträgt der Anteil der Menschen mit geringen Lesekompetenzen in der jeweils vorherrschenden Landessprache sogar 63%, wie Christoph Reichenau, stellvertretender Direktor des Bundesamts für Kultur (BAK), an einer Presskonferenz in Bern festhielt.

Weitere 31% der einheimischen und 20% der fremdsprachigen Bevölkerung verfügen über Lesekompetenzen, die im gewohnten Alltag zwar ausreichen mögen; für die Bewältigung neu sich stellender Anforderungen, wie etwa einen Berufswechsel, sind sie jedoch zu gering.

Auch Mittel- und Oberschicht

Mit Lese- und Schreibschwierigkeiten zu kämpfen haben gemäss einer vom BAK in Auftrag gegebenen Studie nicht nur benachteiligte Bevölkerungsgruppen, sondern auch Vertreter der Mittel- und Oberschicht.

Folgen der Schwierigkeiten im Umgang mit schriftlichen Informationen können mangelndes Selbstvertrauen, Ausgrenzung, aber auch erschwerte und eingeschränkte Berufswahl oder das höhere Risiko einer Entlassung sein.

Auf gesellschaftlicher Ebene werden die Gefahr einer Schwächung des gesellschaftlichen Zusammenhangs oder Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung der staatsbürgerlichen Rechte genannt. Die Diskrepanz zwischen Anforderungen und Kompetenzen im Umgang mit schriftlichen Informationen wirkt sich laut Reichenau demnach negativ auf die Gesellschaft und - im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit - die Wirtschaft aus.

Umfassende Strategie

Um das Tabu des sogenannten funktionalen Analphabetismus zu brechen, ist laut Reichenau eine umfassende Strategie notwendig. Dazu gehörten etwa die Früherkennung bei Kindern, die Prävention der Schule, die Weiterentwicklung des Sprachenlernens sowie gezielte Aktionen für Migrantinnen und Migranten, hielt Bildungsministerin Ruth Dreifuss in einer schriftlichen Stellungnahme fest.

Auf gesellschaftlicher Ebene brauche es Sensibilisierungs-Kampagnen in der Verwaltung und auf der politischen Ebene, aber auch Forschungsarbeiten zur besseren Kenntnis des Phänomens. Um diese Strategien umsetzen zu können, müssten sich Kantone, Wirtschaft, gemeinnützige Institutionen und Bund zusammentun. Laut Dreifuss sollen auch in ihrem Departement die Anstrengungen noch verstärkt und die Förderung der sprachlichen Fähigkeiten eine der Hauptaktivitäten werden.

swissinfo und Agenturen


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