Handlungsbedarf trotz vorbildlicher Gesetzgebung

Der Bankenplatz Schweiz ist für Geldwäscherei besonders anfällig. Keystone

Mit der Unterzeichnung der UNO-Konvention gegen organisierte Kriminalität unterstützt die Schweiz die weltweite Zusammenarbeit in der Verbrechens-Bekämpfung. Trotz bester Gesetzgebung mangelt es der Schweiz aber an Spezialisten auf diesem Gebiet.

Dieser Inhalt wurde am 13. Dezember 2000 - 16:51 publiziert

"Wenn die Konvention in den einzelnen Länder umgesetzt wird, bringt dies eine starke Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit auf einem gemeinsamen Standard," sagt Dieter Jann, Staatsanwalt und Untersuchungsrichter im Kanton Zürich für Geldwäscherei und internationale Rechtshilfe.

Die Zeit arbeitet für eine gute Rechtsordnung

Alle Länder hätten Interesse eine gute Gesetzgebung gegen organisiertes Verbrechen zu entwickeln, betont Dieter Jann gegenüber swissinfo. "Denn nur eine gute Rechtsordnung kann eine wirtschaftliche Entwicklung garantieren." Allerdings dürfte der Weg hin zu einem gemeinsamen Standard noch lang sein, weil die Rechtsordnungen in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich seien.

Anfälliger Bankenplatz Schweiz

Die Schweiz sei besonders gefährdet für deliktische Gelder, bestätigt Untersuchungsrichter Jann. Das Problem sei aber erkannt. Dies sei mit ein Grund, dass die Schweiz in der Gesetzgebung gegen Korruption und Geldwäscherei eine Vorreiterrolle spiele. Handlungsbedarf bestehe in der internationalen Rechtshilfe: dort müsse effizienter zusammengearbeitet werden.

Personeller Engpass

Die Rekrutierung von genügend ausgebildeten Mitarbeitern sei in der Schweiz ein Problem, erklärt Dieter Jann. Die Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren habe aber reagiert: an der Universität Luzern aber auch in Neuenburg und Lausanne sind für nächstes Jahr entsprechende Lehrgänge geplant, um Untersuchungsrichter und Bankers auf dem Gebiet der Wirtschafts-Kriminalität speziell auszubilden.

Erfolgreiche Verbrechensbekämpfung

Die Schweiz habe in den letzten Jahren dank härterer Gesetzgebung doch gewisse Erfolge verbuchen können, so zum Beispiel im Drogenhandel, meint der Zürcher Staatsanwalt. Rechtsbrecher werde es aber immer geben, auch auf dem internationalen Parkett. "Sie vollständig in den Griff zu kriegen ist eine Illusion."

Gaby Ochsenbein

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen