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Informatikermangel dürfte trotz Ausbildungsboom noch Jahre anhalten

Der Mangel an Informatik-Profis in der Schweiz ist und bleibt vorderhand gross: Trotz eines Ausbildungsbooms dürfte sich die Lage erst in einigen Jahren entspannen. Dies ist das Fazit einer Lagebeurteilung durch zwei Bundesämter.

Dieser Inhalt wurde am 10. März 2000 - 14:39 publiziert

Der Mangel an Informatik-Profis in der Schweiz ist und bleibt vorderhand gross: Trotz eines Ausbildungsbooms dürfte sich die Lage erst in einigen Jahren entspannen. Dies ist das Fazit einer Lagebeurteilung durch das Bundesamt für Ausländerfragen und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT).

Gravierender Mangel

Berichte über einen Mangel von mehreren 10'000 Informatik-Spezialisten in der Schweiz sorgten in jüngster Zeit immer wieder für Schlagzeilen. Auch von politischer Seite wird eine mittlerweile eine Task Force oder eine Umschulungsoffensive gefordert.

"Der Mangel an Informatik-Profis ist zweifellos der Engpass Nummer 1 im Übergang zur Informationsgesellschaft", räumte auch BBT-Direktor Sieber am Freitag (10.03.) an einer Medienkonferenz in Bern ein. "Die bisher oft genannten Zahlen erscheinen jedoch, gemessen an der Zahl der eingereichten Gesuche, als stark übertrieben", sagte der stellvertretende Direktor des BFA, Dieter Grossen. Er wies gleichzeitig den Vorwurf zurück, dass der Mangel ein Problem der Ausländerkontingente sei.

Wegen des Aufschwungs bestehe in weiten Teilen der Wirtschaft Bedarf an hochqualifizierten und spezialisierten Arbeitskräften. Dies habe wie in früheren Fällen zu einer grösseren Nachfrage nach Ausländerbewilligungen geführt. Dennoch sind die Kontingente nicht ausgeschöpft. Sollten sich die Kontingente als zu klein erweisen, werde eine Erhöhung geprüft, sicherte Grossen zu.

Bewilligungen für ausländische Spezialisten

Grossen wies aber auch darauf hin, dass Bewilligungen nur erteilt werden, wenn zwei Voraussetzungen erfüllt sind. Das BFA muss prüfen, ob versucht wurde, die Spezialisten im EU/EFTA-Raum zu finden, und ob die Löhne orts- und berufsüblich sind. Dies ist bedeutsam, weil in den anderen EU- und EFTA-Staaten ein ähnlicher Informatiker-Mangel herrscht.

Daher werden immer mehr Gesuche für Informatiker aus Mittelosteuropa, Russland, Indien, Pakistan und anderen südostasiatischen Ländern gestellt. Grossen deutete an, dass dabei offenbar auch einfach versucht wird, billige Arbeitskräfte ins Land zu bringen. So gebe es Gesuche für hochqualifzierte Arbeitskräfte mit Salären im unteren Bereich des Gastgewerbes. Oder es würden Informatiker anbegehrt, deren Aufgabe es dann sei, beim Kopiergerät den Toner zu wechseln.

Ausbildungsboom in der Schweiz

Dieses Jahr sollen in der Schweiz 5'650 neue Informatikprofessionals auf den Stellenmarkt kommen. Aus dem Schweizer Bildungssystem dürften erstmals im Jahr 2003/2004 genügend Nachwuchsleute auf den Arbeitsmarkt kommen, um den Bedarf zu decken. Mit einem Anteil von über 90 Prozent wichtigster Lieferant von einheimischen Informatikern ist die Lehre, die höhere Berufsbildung und die Fachhochschule, wie Sieber ausführte.

Die Informatiklehre startete 1994 mit 75 Lehrverhältnissen. Im vergangenen August traten bereits 1'600 junge Leute diese Ausbildung an. Zum Schuljahresbeginn 2003 rechnet das BBT mit gesamthaft 12'000 bis 20'000 Informatik-Lehrverhältnissen. Damit wäre die Informatiklehre innerhalb von nur zehn Jahren zu einer der drei bedeutendsten Lehren in der Schweiz geworden, wie Sieber sagte.

swissinfo und Agenturen

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