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Jugendliche als Zielscheibe von rechtsextremer Gewalt

Rechtsextreme suchen sich oft Jugendliche als Zielscheibe ihrer Attacken.

Gut 10% der Jugendlichen sind mit rechtsextremer Gewalt konfrontiert. Dies zeigt eine Studie des Nationalfonds, für die rund 3000 Jugendliche befragt wurden.

Knapp ein Drittel der Opfer wird wegen ihrer politischen Haltung, ihrer nationalen Zugehörigkeit oder ihrer Ethnie angegriffen.

10,8% der Schweizer Jugendlichen erleben während ihres Heranwachsens einmal rechtsextremistische Gewalt oder werden von rechtsextremen Jugendlichen bedroht.

Dies zeigt eine Studie, welche die Gemeinschaft für Sozialforschung (ecce) im Rahmen des Nationalen Forschungs-Programms "Rechtsextremismus - Ursachen und Gegenmassnahmen" verfasste.

Die Befragung von 2975 Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren aus drei Kantonen zeigte, dass junge Menschen auch zufällig Opfer von rechtsextremer Gewalt werden.

Denn nicht alle wiesen Merkmale auf, die den Feindbildern der rechtsextremen Ideologie entsprächen.

In Gruppen

Weitaus häufiger sind die Opfer in Auseinandersetzungen zwischen Gruppen mit verschiedenem Verhalten und mit mehr oder weniger starkem ideologischem Hintergrund involviert. Dies sind auf der Täterseite rechtsextreme Jugendcliquen und Angehörige der Gruppierungen "Hip-Hopper", "Kiffer" und "Linksalternative" auf der Opferseite, wie die Autoren der Studie bekannt gaben.

Dass diese Gruppen häufig Opfer würden, sei unter anderem auf ihr exzessives Freizeitverhalten zurückzuführen. Dazu gehörten Partys und Feste, ein hoher Alkohol- und Drogenkonsum, die Zugehörigkeit zu einer abweichenden Clique sowie die sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum.

Schauplatz öffentlicher Raum

So fänden rechtsextreme Übergriffe im Gegensatz zu anderen Arten von Gewalt hauptsächlich am Wochenende ab 22.00 Uhr im Bereich des öffentlichen Verkehrs sowie im öffentlichen Raum statt. Die Schule spiele als Tatort keine Rolle.

In über 60% der Fälle ist das städtische Umfeld Schauplatz der Ereignisse. Laut der Studie sind die Konfliktparteien oft etwa gleich gross; bisweilen verschwänden bei solchen Auseinandersetzungen auch die Täter- und Opferrollen.

Eine Untersuchung der Situation der Opfer nach dem Übergriff zeigt, dass die erlebte physische Gewalt mitunter bagatellisiert wird. Zudem toleriere oder ignoriere das weitere Umfeld der Betroffenen sowie die Instanzen der formellen Sozialkontrolle das rechtsextreme Motiv.

Nachwirkungen

Dass die Jugendlichen ihre Erlebnisse trotzdem verarbeiten könnten, sei vor allem der Familie und engen Freunden zu verdanken. Fehle ein solcher intakter sozialer Nahraum, werde die Wiederherstellung der psychischen Stabilität allerdings erheblich erschwert.

Rechtsextremistische Gewalt könne bei den Betroffenen posttraumatische und akute Belastungsstörungen hervorrufen, die sich in in Ohnmachtsgefühlen, Wut, Hass, Unverständnis, Rachegelüsten, Hilflosigkeit und vor allem aber in Angst vor einem nochmaligen Erlebnis äussern.

Angst hätten die Opfer aber nicht nur vor den Tätern, sondern vor der gesamten Subkultur der Rechtsextremen. Die sozialen Folgen seien Rückzugstendenzen sowie Verhaltens- und Ausdrucksveränderungen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Studie "Jugendliche im Dunkelfeld rechtsextremistischer Gewalt" erfolgte im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Rechtsextremismus - Ursachen und Gegenmassnahmen" (PNR40+).

Dazu wurden im letzten September 2975 Nordwestschweizer Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren befragt.

In der Studie werden Entstehung, Ausdruck, Verbreitung, Auswirkungen und Aktivitäten der extremen Rechte in der Schweiz untersucht.

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Fakten

Die rechtsextreme Szene in der Schweiz besteht aus vielen kleinen Gruppierungen.
Sie verbreitet ihr Gedankengut vor allem an Konzerten und via Internet.
Laut dem Extremismusbericht 2005 des Bundes kann man von 1200 Rechtsextremen ausgehen, dazu gesellen sich 600 bis 700 Mitläufer und Sympathisanten.
Der Altersdurchschnitt liegt zwischen 16 und 22 Jahren.

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