Kein Ansturm von EU-Arbeitskräften

Trotz hoher Arbeitslosigkeit in den Nachbarländern wird die Schweiz nicht von Gesuchen nach Arbeitsbewilligungen aus EU-Ländern überschwemmt.

Dieser Inhalt wurde am 10. Dezember 2002 - 11:41 publiziert

Dies bestätigte am Dienstag das zuständige Bundesamt in Bern.

Die Zahl der Arbeitsgesuche aus der Europäischen Union bewege sich in den sechs Monaten nach Inkrafttreten der schrittweisen Personen-Freizügigkeit im Rahmen der Erwartungen, sagte Kurt Rohner vom Bundesamt für Ausländerfragen.

Substanzlose Gerüchte

Laut Rohner werden am meisten Arbeitsbewilligungen an Deutsche und Franzosen erteilt. Dabei müsse aber beachtet werden, dass es sich bei vielen Gesuchstellern um Grenzgänger handle. Das Bundesamt habe vor allem Bewilligungen für gut qualifizierte Fachkräfte vergeben.

Gerüchte, wonach sich Deutsche wegen der schlechten Wirtschaftslage ihres Landes um Arbeitsplätze in der Schweiz reissen würden, bezeichnete Rohner als substanzlos. Bewilligungen würden ohnehin nur erteilt, wenn sich für offene Stellen keine Schweizer finden liessen.

Kontingente überdurchschnittlich beansprucht

Das Bundesamt für Ausländerfragen beobachte vielmehr, dass die Gesuche in den letzten Wochen wegen der angespannten Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt und mangels Angeboten eher zurückgangen seien.

Nach einem halben Jahr seit Einführung der Personen-Freizügigkeit am 1. Juni sei das Jahreskontingent von 15'500 Bewilligungen für EU- Bürgerinnen und -Bürger zwar noch nicht ausgeschöpft worden. Dennoch seien die Kontingente überdurchschnittlich beansprucht worden, was man, so Rohner, allerdings erwartet habe.

Noch sei es jedoch zu früh, um Trends herauszulesen. Seit die neuen Bestimmungen gelten, zeige sich einzig eine Verschiebung: die Gesuche stammten vermehrt von Personen aus EU- und EFTA-Ländern als von Angehörigen aus Drittstaaten.

swissinfo und Agenturen

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