Keine Sonderkontingente für IT-Spezialisten

Der Mangel an IT- und e-Commerce-Spezialisten ist laut dem Bundesrat auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt nicht so gravierend wie etwa in Deutschland. Eine Erhöhung der Höchstzahlen für ausländische Spezialisten sei im Moment nicht erforderlich.

Dieser Inhalt wurde am 12. Juli 2000 - 13:05 publiziert

Zudem seien die Kontingente erst zur Hälfte ausgeschöpft.

Nationalrätin Maya Lalive d'Epinay (FDP/SZ) hatte im vergangenen März dringend zusätzliche Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen für Higtech-Spezialisten aus nicht traditionellen Rekrutierungsländern - insbesondere aus Osteuropa, Indien und Asien - gefordert. Da auch in Europa und in den USA der Markt absolut ausgetrocknet sei, sei der Kampf um diese Spezialisten bereits in vollem Gang.

Der Bundesrat räumt in der am Mittwoch (12.07.) veröffentlichten Antwort auf die Interpellation ein, dass zurzeit ein relativ grosser Bedarf an Informatik- und Telekommunikationsspezialisten bestehe.

Die angeführten Zahlen, wonach bei einem gesamtschweizerischen Bedarf von 110'000 Informatikprofis rund 25'000 Stellen nicht besetzt werden könnten, erscheinen ihm allerdings stark übertrieben. Es bestehe eine gewisse Schwierigkeit, die benötigten Spezialisten überhaupt zu finden. Zunehmend schwierig werde es vor allem, diese in den Ländern der EU zu finden, schreibt der Bundesrat.

Vergleiche mit Deutschland und den USA seien aber fragwürdig. In der Schweiz zeichne sich zwar nach wie vor eine starke Inanspruchnahme der Kontingente ab. Zum heutigen Zeitpunkt hält es der Bundesrat jedoch nicht für erforderlich, eine Erhöhung der Höchstzahlen für ausländische Spezialisten im IT- und e-commerce-Bereich vorzusehen.

Sieben Monate nach Beginn des laufenden Kontingentsjahres sei - bei 17'000 möglichen Bewilligungen alle Berufe umfassend - erst die Hälfte der Kontingente beansprucht worden. Dies im Gegensatz zu den USA, wo laut Lalive d'Epinay das Kontingent für Hightech-Immigranten für das Jahr 2000 bereits ausgeschöpft ist.

Die zuständigen Bundesämter in der Schweiz verfolgen laut Bundesrat die Entwicklung laufend, um den weiteren Bedarf abzuklären. Zudem werde bei der Zuteilung von Kontingenten im IT- und e-Commerce-Bereich versucht, mit den gesamtschweizerisch verfügbaren Höchstzahlen eine optimale Zuteilung an die Kantone vorzunehmen und unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen bestmöglich Rechnung zu tragen.

Sollte es sich erweisen, dass die bereits freigegebenen gesamtschweizerischen Kontingente nicht ausreichen, würde die Frage einer Erhöhung rechtzeitig geprüft, schreibt der Bundesrat. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung steige auch die Nachfrage nach übrigen qualifizierten Arbeitskräften. Neben Informatikern seien auch Arbeitskräfte in der Forschung, im Gesundheits- oder Pflegewesen, im Gastgewerbe, beim Bau der NEAT und Bahn 2000 oder im künstlerischen Bereich gefragt.

swissinfo und Agenturen

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