Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Kleine Kinos sterben aus

2003 zählte der Kanton Genf noch 24 kleine Kinos. 2003 waren es noch deren 16. Das Sterben der kleinen Kinos mit nur einem Saal ist aber nicht nur auf die Calvinstadt beschränkt, sondern schreitet in allen Städten voran.

Sie heissen, oder hiessen vielmehr Rex, Broadway, Corso oder Capitol: Kleine Kinos, meist mit etwas altmodisch angehauchter Atmosphäre, dafür einer langen Geschichte.

Jetzt sind im kleinen Saal die Lichter aus und die Türen verschlossen. Wenn sie nicht schon niedergerissen sind, um einem Neubau Platz zu machen.

"In den letzten Jahren sind die kleinen Kinos vor allem in den Städten verschwunden", sagt Laurent Steiert von der Sektion Film im Bundesamt für Kultur. "Der Bau der Multiplexkinos bedeutete für eine Vielzahl von Kinos mit nur einem Saal den Todesstoss."

Von 2000 bis Ende 2009 sank die Zahl der Einsaal-Kinos von 256 auf 214. Im selben Jahrzehnt stieg die Zahl der Kinoleindwände von 486 auf 559. Der Grund: So genannte Multiplex-Kinos mit mehr als acht Kinossäälen unter demselben Dach können einzelne davon querfinanzieren.

Ältere Kinos, die klassischerweise nur über einen Saal verfügen, können dies nicht und geraten in finanzielle Schwierigkeiten. Dazu kommt, dass sie gleich viel Personal benötigen wie Kinos mit zwei oder drei Säälen.

Die Kleinen können sich nicht einmal auf eine Nische konzentrieren, beispielsweise den Autorenfilm. Denn die grossen Multikino-Paläste programmieren neben den obligaten Blockbustern ebenfalls Autorenfilme für ein cinéphiles Publikum.

Obwohl der Markt der Multiplexkinos laut Branchenkennern gesättigt ist, wird das Sterben der alten Kinos von den Städten aufs Land übergreifen. Laut dem pessimistischsten BAK-Szenario wird in den nächsten Jahren bis zu einem Drittel der Dorfkinos dichtmachen.

Um mit der Konkurrenz mitzuhalten, müssten neue Vorführsysteme installiert werden. Diese aber kosten zwischen 120'000 und 150'000 Franken, eine Summe, welche die kleinen Häuser nicht allein aufbringen können. Ob aber die öffentliche Hand wenigstens einen Teil davon übernimmt, ist angesichts der allenthalben knappen Kassen unsicher.

swissinfo.ch und Agenturen


Links

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

×