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Klima-Erwärmung dramatischer als bisher angenommen

In der Schweiz ist der Rückgang der Gletscher als Symptom der Erwärmung nicht zu übersehen.

(Keystone)

Das Weltklima erwärmt sich weit dramatischer als bislang angenommen. Auch gebe es mehr und bessere Beweise als je zuvor, dass der Mensch weitgehend daran schuld ist, heisst es in einem UNO-Bericht des zwischenstaatlichen Gremiums für Klimaveränderungen (IPCC).

Die Untersuchung von 123 führenden Forschern wurde am Montag (22.01.) in Schanghai veröffentlicht. Die Wissenschaftler erwarten eine schnellere und "potenziell katastrophale globale Erwärmung" von 1,4 bis 5,6 Grad in diesem Jahrhundert. Bislang war nur mit 1 bis 3,5 Grad (von 1990 bis 2100) gerechnet worden. Gemäss den neuen Zahlen könnte der Meeresspiegel bis 2100 um 9 bis 88 Zentimeter steigen.

Der Bericht "sollte in jeder Hauptstadt und jeder lokalen Gemeinde die Alarmglocken klingeln lassen", meinte der Direktor des UNO-Umweltprogramms (UNEP), Töpfer. "Wir sollten kühn mit sauberen Energietechnologien voranschreiten". An dem 1000-seitigen Bericht hatten die Forscher und 516 beitragenden Autoren über drei Jahre gearbeitet.

Wärmstes Jahrzehnt

"Es gibt neue und bessere Beweise, dass der grösste Teil der Erwärmung, die in den vergangenen 50 Jahren beobachtet wurde, menschlichen Aktivitäten zuzuschreiben ist", stellt der Bericht fest. Die 90er Jahre seien sehr wahrscheinlich das wärmste Jahrzehnt und 1998 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1861 gewesen.

Neue Analysen von Baumringen, Eiskernen, Korallen und historischen Aufzeichnungen hätten gezeigt, dass auch die Erwärmung im gerade zu Ende gegangenen Jahrhundert vermutlich die höchste in den vergangenen 1000 Jahren gewesen sei. Höchst wahrscheinlich sei die Schneedecke seit den späten 60er Jahren um zehn Prozent zurückgegangen.

Nur noch 144 Skigebiete in der Schweiz schneesicher

Nach einer im Oktober veröffentlichen Studie des Nationalfonds wird sich in der Schweiz schon bei einem Temperaturanstieg von ein bis zwei Grad in den kommenden fünfzig Jahren die Grenze für die Schneesicherheit von um 300 auf 1500 Meter nach oben verschieben. Damit seien statt 195 nur noch 144 Skigebiete schneesicher.

Weniger Eis, mehr Regen

Die jährliche Dauer von Eis auf Flüssen und Seen hat nach dem IPCC-Bericht im vergangenen Jahrhundert im Schnitt um zwei Wochen abgenommen. Sehr wahrscheinlich sei auch die Eisdicke im arktischen Meer im späten Sommer bis frühen Herbst in den vergangenen Jahrzehnten um etwa 40 Prozent zurückgegangen.

Seit 1861 habe die Erdtemperatur um 0,6 Grad zugenommen. Die Verdunstung und der Niederschlag weltweit werde voraussichtlich steigen.

Seit 1750 habe die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre um 31 Prozent auf ein Niveau zugenommen, das es in 420'000 Jahren und möglicherweise sogar in 20 Millionen Jahren nicht gegeben habe.

Die künftige Erwärmung werde auch höher als bisher erwartet ausfallen, weil die Schwefeldioxidemissionen, die wiederum die Erde kühlen, niedriger als bisher geschätzt sein werden, heisst es weiter. Klimagespräche fortsetzen

Töpfer sagte, die intensive Klimaforschung und Beobachtung hätten den Wissenschaftlern ein besseres Verständnis der Ursachen und Auswirkungen der globalen Erwärmung gegeben.

UNO-Vertreter hofften darauf, dass die Erkenntnisse Regierungen überzeugten, konstruktive Schritte zu einer Wiederaufnahme der Klimagespräche zu machen. Der letzte Klimagipfel über die Reduzierung der Treibhausgase war vor zwei Monaten in Den Haag gescheitert.

swissinfo und Agenturen


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