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Krankenkassen: Wer gesund lebt, soll weniger bezahlen

Höhere Prämien für Raucherinnen und Raucher?

(Keystone Archive)

Zwei von drei Schweizern befürworten für die Kassen-Prämien ein Bonus-System für Nichtrauchen, Sporttreiben und gesundes Ernähren.

Mehr Skepsis wird dem Konzept einer Einheitskasse entgegen gebracht: 38% der Befragten unterstützen es, während 44% das bestehende System bevorzugen.

Wer gesund lebt, soll tiefere Krankenkassenprämien bezahlen. Zu diesem Resultat kommt eine Umfrage des Krankenversicherer-Verbands santésuisse. Umgekehrt sollen Leute, die ihre Gesundheit gefährden, vermehrt zur Kasse gebeten werden.

Rund 65% der Befragten sind der Ansicht, dass Personen, die nicht rauchen, sich viel bewegen und gesund ernähren von den Kassen belohnt werden sollen, wie santésuisse am Donnerstag mitteilte.

Bonus-Malus-System

santésuisse stehe einem solchen Bonus-Malus-System positiv gegenüber, solange es freiwillig sei, sagte Direktor Marc-André Giger. Sei die Freiwilligkeit gegeben, biete ein solches Modell Anreize, gesünder zu leben, was sich auf die Gesundheitskosten auswirke.

Bonus-Malus-Systeme und andere alternative Versicherungsmodelle wie Managed Care oder Hausarztmodelle sind laut Giger jedoch noch wenig verbreitet.

Insgesamt belaufen sich die Gesundheitskosten in der Schweiz jährlich auf etwa 50 Mrd. Franken, wobei 4% der Ausgaben oder 2 Mrd. Franken auf das Rauchen zurückzuführen sind.

santésuisse

santésuisse heisst seit 2002 die Dachorganisation der Krankenkassen in der Schweiz. Der Vorläufer dieser Organisation, das Konkordat der ...

Paradoxe Auswirkungen

Die direkten Kosten der Fettsucht werden auf einen Betrag zwischen 1 und 1,6 Milliarden (3%) geschätzt, jene im Zusammenhang mit dem Alkoholismus auf 2,2 Milliarden (5%).

Paradoxerweise würden jedoch die Gesundheitskosten langfristig steigen, wenn die gesamte Bevölkerung das Rauchen aufgeben würde. Zu diesem Schluss gelangte eine Studie, die 1997 in der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift "New England Journal of Medicine" publiziert wurde.

"Die Menschen würden zwar länger leben, doch in vielen Fällen würden kostspieligere chronische Krankheiten auftreten als jene, die durch den Tabakkonsum verursacht werden", erklärt Gianfranco Domenighetti, Leiter des Gesundheitsamtes des Kantons Tessin.

Gegen Einheitskasse

In der Umfrage sprachen sich 44% der Befragten für die Beibehaltung des jetzigen Krankenkassensystems aus. 38% würden dagegen eine Einheitskasse vorziehen, wie sie die linke Volksinitiative "für eine soziale Einheitskrankenkasse" fordert. 18% haben sich noch keine Meinung gebildet.

Sieben von zehn Befragten befürworten eine national einheitliche und leistungsabhängige Spitalfinanzierung. Gut 38 % der Gesamtausgaben in der Grundversicherung seien 2005 auf die Spitäler entfallen, sagte Giger.

Die verschiedenen Finanzierungssysteme in den Kantonen seien jedoch nicht vergleichbar, und wo keine Transparenz bestehe, könne der Wettbewerb nicht spielen.

Rund 1200 Personen befragt

Für die zum vierten Mal durchgeführte Umfrage "sondage santé" befragte das Marktforschungsinstitut Demoscope Ende Juni im Auftrag von santésuisse 1203 Personen in der ganzen Schweiz. In der Deutschschweiz wurden 702, in der Romandie 301 und im Tessin 200 Leute interviewt.

Laut santésuisse entsprechen die Resultate der Umfrage mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% der Meinung der Gesamtbevölkerung.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Umfrage von Krankenkassen-Verband santésuisse wurde Ende Juni von Institut Demoscope durchgeführt.

Es nahmen 1205 Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren in der ganzen Schweiz teil.

Diese Umfrage ist die vierte Gesundheits-Umfrage seit 2003, die der Krankenkassen-Verband durchführt.

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Fakten

2003 haben die Gesundheits-Kosten in der Schweiz 49 Mrd. Franken überschritten.
Dies entspricht 11,5% des Bruttosozialprodukts des Landes.
Nur in den USA ist diese Relation mit 14,6% noch höher.
Pro Kopf kostet das Gesundheits-Wesen in der Schweiz 6736 Franken.
Schätzungsweise 4% der Kosten gehen auf das Rauchen zurück, 3% auf Fettsucht und 5% auf Alkohol.

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