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Krise an der ETH Lausanne: ETH-Rat stellt sich hinter Präsident Patrick Aebischer

Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) hat am Donnerstag (16.03.) das Team von Patrick Aebischer an die Spitze der ETH Lausanne gewählt. Er hat damit die umstrittenen Vorschläge des neuen Lausanner ETH-Präsidenten Aebischer abgesegnet.

Dieser Inhalt wurde am 16. März 2000 - 15:37 publiziert

Der Rat der Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) hat am Donnerstag (16.03.) das Team von Patrick Aebischer an die Spitze der ETH Lausanne gewählt. Er hat damit die umstrittenen Vorschläge des neuen Lausanner ETH-Präsidenten Aebischer gutgeheissen.

Neu in die ETH-Leitung wurden Marcel Jufer, Stefan Catsicas und Francis-Luc Perret berufen. Die Verzögerung der Nominationen hatte im Februar an der ETH Lausanne zur Krise geführt. Der designierte ETH-Präsident weigerte sich sein Amt per 1. März anzutreten, bis sein Team vom ETH-Rat bestätigt werde.

Die Kritik an Aebischer

Gegen Aebischers Team und dessen Erneuerungspläne an der ETH Lausanne (Schwerpunkt für Biowissenschaften) meldeten rund 80 Professoren der ETH Lausanne bei Bundesrätin Ruth Dreifuss Bedenken an. Dessen Pläne seien eingleisig, überstürzt und ohne ausreichende Konsultation der Betroffenen vorangetrieben worden, hiess es von Seiten der Kritiker.

Die Professoren fürchten vor allem, dass die Projekte des künftigen Präsidenten, der alle biowissenschaftlichen Richtungen in der ETHL konzentrieren will, die bestehende Zusammenarbeit mit den Universitäten und der ETH Zürich gefährdet. Aebischer wurde auch vorgeworfen, er stelle seine persönlichen Interessen vor jene der Schule.

Dreifuss verteidigte in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage vom Mittwoch Aebischers Pläne ausdrücklich. Aebischer, selber Mediziner und Gründer von zwei Gentech-Unternehmen, sei ausgewählt worden, um die Entwicklung der Hochschule fortzusetzen. Dabei sei vor allem der Bereich der Biowissenschaften betroffen.

Die ETH Lausanne

Die ETH Lausanne zählt heute rund 4'700 Studierende. Über 200 Professoren und rund 2'400 wissenschaftliche, administrative und technische Mitarbeiter engagieren sich in 12 Fachgebieten für Lehre und Forschung: Bauingenieurwesen, Kulturtechnik, Maschineningenieurwesen, Elektrotechnik, Physik, Chemieingenieurwesen, Mathematik, Werkstoff- wissenschaften, Architektur, Informatik, Mikrotechnik und Kommunikationssysteme. Die ETHL ist die einzige schweizerische Hochschule, die in den beiden letztgenannten Ausbildungen einen Hochschulabschluss anbietet.

Der ETH-Rat

Der ETH-Rat leitet den ETH-Bereich. Dazu gehören neben der EHT Zürich und der ETH Lausanne auch das Paul Scherrer Institut (PSI), die Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), die Eidg. Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA) sowie die Eidg. Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG).

Im Rahmen seiner Planung legt der ETH-Rat die Ziele für diese sechs Institutionen fest, genehmigt die Entwicklungspläne und überwacht ihre Verwirklichung. Er erlässt daneben auch Richtlinien für das Studium und entscheidet über die Schaffung und Aufhebung von Unterrichts- und Forschungseinheiten. Der ETH-Rat wählt zudem die Mitglieder der Institutionsleitungen - mit Ausnahme der Präsidenten der beiden ETH und der Direktoren der vier Forschungsanstalten - sowie die Professorenschaft und leitende Mitarbeitende im ETH-Bereich.

swissinfo und Agenturen

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