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Landesbibliothek archiviert Elektronisches

Der virtuelle Lesesaal kommt.

(Keystone)

Die Landesbibliothek (SLB) will neuerdings auch Online-Publikationen, DVDs und Websites erfassen. So sollen elektronische Medien für zukünftige Generationen erhalten werden.

Eine herkulische Aufgabe, die an die Gründung der SLB erinnert.

Die Landesbibliothek (SLB) in Bern muss Schriften mit Bezug zur Schweiz sammeln, erschliessen, erhalten und vermitteln. So verlangt es das entsprechende Bundesgesetz von 1992. Explizit erwähnt werden neben den Büchern auch "auf andern Informationsträgern gespeicherte Informationen".

Damit wurde das gesamte Schweizerische Schrifttum, die sogenannten "Helvetica", auch auf elektronische Erzeugnisse ausgeweitet.

Schweizer Erbe um Bits und Bytes bereichern

Keine leichte Aufgabe für die Hüter des Schweizer Erbes, hat doch das Internet das Verlagswesen revolutioniert: Publikationen die nur noch online veröffentlicht werden, nehmen weltweit immer stärker zu.

Die Technologie entwickelt sich immer weiter und die SLB muss Wege finden, die elektronischen Daten langfristig – auch langfristig lesbar – zu archivieren. Dieser Herausforderung hat sich das Pilotprojekt e-Helvetica gestellt. Dabei setzt die SLB auf Kooperation mit zwei privaten Verlagen.

Verlags-Schwergewichte an Bord

"Wir beginnen mit zwei kommerziellen Verlagshäusern, die schon seit den Zwanziger-Jahren im Geschäft mit wissenschaftlichen Publikationen sind", sagt Elene Balzardi, Verantwortliche für e-Helvetica bei der SLB. Und ganz wichtig: "Beide Verlage publizieren bereits per Internet."

Der Basler Verlag Karger ist ein Verlag für Medizin und Naturwissenschaften. Seit 1998 sind alle seine Zeitschriften und Bücher auch in elektronischer Form erhältlich.

Der Berner Stämpfli Verlag ist auf Rechts- und Staatswissenschaften spezialisiert. Er verlegt mehrere Zeitschriften und Buchreihen in gedruckter und digitaler Form.

Die SLB besitzt schon alle Erzeugnisse auf Papier der beiden Verlage seit über 80 Jahren. So kann die Kontinuität des Wissens gewährleistet werden.

Vergängliches verfügbar halten

Anhand ausgewählter Publikationen wird nun ein Übernahme- und Bearbeitungs-Verfahren für elektronische Verlagspublikationen erarbeitet, das deren Archivierung erlaubt.

"Das grösste Problem ist die Kurzlebigkeit der elektronischen Publikationen im Vergleich zu den traditionellen auf Papier", weiss Balzardi.

Konkret müssen alle digitalen Veröffentlichungen in einem einheitlichen Format in einem Gross-Rechner gespeichert werden.

Besonders diese Formate sind einem konstanten Wandel unterworfen. Das Internet verändert sich ständig und die Langzeit-Archivierung gestaltet sich sehr viel schwieriger als mit Büchern, weil sie sich ständig verändern können.

2006 genauso wichtig wie 1895

Mit dem Abschluss der Pilotphase von e-Helvetica wird im nächsten Jahr gerechnet. Danach soll die Zusammenarbeit auf weitere Verlage ausgedehnt werden. Ziel ist, möglichst alle Schweizer Online-Verlagspublikationen dauerhaft zu erhalten.

"Das ist wie die Lancierung einer neuen Bibliothek", vergleicht Projektleiterin Balzardi die Aufgabe, "das ist wie die Gründung der Landesbibliothek im Jahre 1895."

E-Helvetica will dabei Synergien mit dem Bundesarchiv, ausländischen Nationalbibliotheken, Kantonsbibliotheken und Universitäten nutzen. Damit sollen die Kosten möglichst tief gehalten werden.

Finanziell ist das Projekt mit weniger als 500'000 Franken gering dotiert. Fünf Personen teilen sich drei Vollzeitstellen.

Papierenes digitalisieren

Auf der andern Seite will die SLB nicht nur Digitales erhalten, sondern auch Papierenes digitalisieren: Plakate und besonders heikle Stücke, deren Handhabung heikel ist, werden bereits digitalisiert.

Aber die alleinige Lösung für alle Bücher kann das nicht sein: "Viele der Dokumente sind noch per Urheberrecht geschützt", sagt Balzani, "diese können wir nicht im Internet veröffentlichen."

swissinfo, Isabelle Eichenberger
(Übertragen aus dem Französischen von Philippe Kropf)

In Kürze

Die Landesbibliothek in Bern hat den Auftrag, alle Publikationen in der Schweiz und mit Bezug zur Schweiz zu archivieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Sie wurde 1895 gegründet, 1992 wurde das entsprechende Bundesgesetz erlassen.

In Zukunft sollen auch digitale Medien wir Online-Bücher, DVDs, CD-ROMs und Webseiten gesammelt werden.

Das Pilotprojekt e-Helvetia sucht in Zusammenarbeit mit zwei Verlagen Lösungen und Mittel zu Langzeit-Archivierung solcher Daten.

Ab 2006 sollen alle neuen Schweizer Online-Publikationen erfasst werden.

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