Lavaux auf gutem Weg in den Weltkultur-Olymp

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Das waadtländer Weinbaugebiet Lavaux ist auf bestem Weg, Weltkulturerbe zu werden. Der Internationale Rat für Denkmalpflege (ICOMOS) hat einen positiven Vorentscheid getroffen.

Dieser Inhalt wurde am 14. Mai 2007 - 16:10 publiziert

ICOMOS empfiehlt dem Welterbekomitee der UNESCO, die Lavaux-Region zwischen Vevey und Lausanne in die Liste des Welterbes aufzunehmen. Das Komitee entscheidet Ende Juni.

Die steilen Hänge des Lavaux über dem Genfersee zwischen Lausanne und Vevey wurden seit dem 12. Jahrhundert für den Weinbau in eine Terrassenlandschaft umgestaltet.

In einer grandiosen Landschaft zeugen Ortsbilder, prähistorische Fundstellen und antike Überreste von ältester Besiedlung. So gilt das Gebiet als grossartiges Beispiel für eine durch Menschenhand geformte Natur.

Das Gesuch um die Anerkennung des Lavaux als Weltkulturerbe wurde im Dezember 2005 in Paris eingereicht. In einem nun veröffentlichten Bericht empfiehlt der ICOMOS dem UNESCO-Welterbekomitee die Aufnahme des Gebietes in die Liste, wie das Bundesamt für Kultur am Montag mitteilte.

Aufnahme gleich Aufwertung

Das Komitee, in dem die 21 Vertragsstaaten der Welterbekonvention vertreten sind, entscheidet Ende Juni in Neuseeland. Die Aufnahme in die UNESCO-Liste würde das Lavaux weiter aufwerten.

Das Schweizer Weinbaugebiet wäre nicht das erste, das ins Weltkulturerbe aufgenommen würde. Tokaj in Ungarn, die österreichische Wachau mit der Stadt Krems, das Mittelrheintal in Deutschland mit der Stadt Rüdesheim sowie ein Teil des sächsischen Weinbaugebietes im Elbtal bei Dresden dürfen sich bereits mit diesem Status schmücken.

Der Umweltschützer Franz Weber hat vor über 30 Jahren eine Kampagne lanciert, um das 14 Gemeinden umfassende Gebiet des Lavaux durch die Verfassung zu schützen. Diese gipfelte 1977 in einer erfolgreichen Volksabstimmung.

Bellinzona ja - Glarner Hauptüberschiebung nein

UNESCO-Weltkulturerbe in der Schweiz sind heute die drei Burgen von Bellinzona, die Altstadt von Bern, das Kloster St. Johann in Müstair und der Klosterbezirk von St. Gallen. Auf der Liste des Weltnaturerbes stehen das Gebiet Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn und der Monte San Giorgio im Tessin.

Um einen Eintrag bemühen sich auch die Glarner Hauptüberschiebung, deren Kandidatur nach einer negativen Empfehlung im Juni 2005 ein erstes Mal zurückgezogen worden war, sowie der Kanton Graubünden mit der Albula-Bernina-Bahnstrecke.

swissinfo und Agenturen

Weltkulturerbe

Die UNO-Organisation für Erziehung, Wissenschaften und Kultur (UNESCO) setzt sich weltweit für den Schutz und den Erhalt von Kulturgütern ein, die sich durch einen besonderen Wert auszeichnen.

Das ist das Ziel des internationalen "Übereinkommens zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt", das die UNESCO 1972 beschlossen hat.

180 Staaten haben die Konvention inzwischen unterzeichnet. Die Schweiz hat die Konvention 1975 ratifiziert.

Die "Liste des Kultur- und Naturerbes der Menschheit" umfasst jetzt 830 Stätten in 138 Ländern, darunter 644 Kulur- , 162 Naturerbestätten und 24 gemischte Stätten, die sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe angehören.

Zudem gibt es weltweit 507 UNESCO Biosphärenreservate in 102 Ländern, in der Schweiz sind es 2 (Schweizer Nationalpark in Graubünden und Entlebuch im Kanton Luzern), in Deutschland 14 und in Österreich deren 6.

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