Lebensqualität: Schweiz büsst in UNO- Rangliste einen Platz ein

Auch die neueste Länder-Rangliste nach Lebensqualität des UNO- Entwicklungsprogramms (UNDP) wird von Kanada angeführt. Die Schweiz ist von Finnland überholt worden und figuriert neu an 13. Stelle (Vorjahr Platz 12).

Dieser Inhalt wurde am 29. Juni 2000 - 14:29 publiziert

Kanada seit Jahren an der Spitze

Kanada steht bereits sieben Jahre lang an der Spitze des Indexes für menschliche Entwicklung (Human Development Index, HDI), wie das UNDP in seinem am Donnerstag (29.06.) veröffentlichten Bericht über die menschliche Entwicklung 2000 festhält.

Norwegen und die USA liegen wie bereits im vergangenen Jahr an zweiter und dritter Stelle. Den zweit- und drittletzten Platz der Liste belegen die westafrikanischen Länder Niger und Burkina Faso.

22 Länder in Afrika und Osteuropa hatten seit 1990 Rückschritte bei der menschlichen Entwicklung zu verzeichnen. Die Ursachen dafür waren gemäss UNDP vor allem Aids, wirtschaftliche Stagnation und Konflikte.

Der Human Development Index (HDI)

Mit dem HDI werden die Länder alljährlich unter den Gesichtspunkten der Lebenserwartung, der Ausbildung und des Einkommens mit einem Wert zwischen 0 und 1 bewertet.

46 Länder fallen gemäss der neuesten Untersuchung in die Kategorie mit hoher Lebensqualität, 93 gehören zur mittleren Kategorie und 35 weisen einen HDI-Wert von unter 0,500 auf. Die Schweiz erreichte im Bericht 2000 einen Wert von 0,915 (Vorjahr: 0,914).

Menschenrechte für alle

Bei der Globalisierung müsse es auch um Menschenrechte gehen, genau wie um Kapital und Handel, fordert das UNDP in seinem "Bericht über die menschliche Entwicklung 2000".

Der Bericht unterstreicht insbesondere die enge Verbindung zwischen Entwicklung und Menschenrechten. Die Ausgrenzung marginalisierter Minderheiten sei weltweit die "Achillesferse" vieler Mehrheitsdemokratien. Auch demokratisch gewählte Mehrheiten könnten Minderheiten brutal unterdrücken.

Dies führe zu Gewalt und zu Kriegen. Als Beispiele nennt der Bericht Sri Lanka oder das frühere Jugoslawien. Neben solchen Missständen werden im Bericht eine Reihe von Vorschlägen erläutert, um das Ziel "Menschenrechte für alle" zu verwirklichen.

Das UNDP plädiert unter anderem für eine Zivilgesellschaft, die die Staaten dazu bringt, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Menschen sollten an globalen Entscheidungsprozessen mitwirken.

Durch die Stärkung der Demokratie werden die Rechte gefördert, sind die Autoren überzeugt. Sie fordern die Unabhängigkeit von Gerichtswesen und Medien, den Einbezug von Minderheiten in Regierung, Armee und andere mächtige Institutionen oder eine stärkere Verantwortung der Polizei gegenüber der Öffentlichkeit.

Auch multinationale Konzerne oder die WTO sollen sich laut UNDP-Bericht von Menschenrechtsprinzipien leiten lassen.

Globale Probleme erfordern globale Lösungen, sagte die Direktorin des Human Development Report Office, Sakiko Fukuda-Parr. Menschenrechtsprinzipien und Menschenrechtsschutz seien deshalb auch in die Regeln und Institutionen der Globalisierung aufzunehmen.

swissinfo und Agenturen

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