Leichtathletik: Bucher in Brüssel gegen Kipketer

Dem Golden-League-Meeting von Brüssel steht ein grosses Duell bevor, und dies nicht nur aus Schweizer Sicht: Der Jahresbeste André Bucher aus Neudorf im Kanton Luzern trifft am Freitagabend (25.08.) über 800 m auf Weltrekordhalter Wilson Kipketer.

Dieser Inhalt wurde am 24. August 2000 - 08:30 publiziert

Comeback von Wilson Kipketer

Kipketer hat in diesem Jahr erst ein Rennen bestritten. Wegen einer hartnäckigen Wadenverletzung konnte der aus Kenia stammende und seit 1995 für Dänemark startende Kipketer seit dem Sieg am 23. Juni in Helsinki in der Zeit von 1:44,27 Minuten keinen Wettkampf mehr bestreiten.

Auch auf die Teilnahme an den Meetings von Zürich und Monte Carlo musste er verzichten. Im Vorjahr hatte sich der Ausnahmekönner als einziger Athlet neben Gabriela Szabo (Rum) in allen sieben Golden-League-Events durchgesetzt. Der 800-m- Weltrekord Kipketers steht seit 1997 bei 1:41,11.

Hernach erkrankte Kipketer an Malaria. Eine verpfuschte Saison 1998 war die Folge. Im Vorjahr jedoch kehrte Kipketer wieder den Meister hervor und gewann in Sevilla auch den WM-Titel.

Für den im Oktober 24 Jahre alt werdenden Bucher verlief die WM 1999 mit dem Halbfinal-Out zwar enttäuschend, der Innerschweizer rehabilitierte sich aber unmittelbar nach Sevilla im Brüsseler Roi-Baudoin-Stadion mit der hervorragenden Zeit von 1:42,92 (Schweizer Rekord).

Über den Winter hat Bucher insbesondere an Grundschnelligkeit zugelegt und musste sich seither erst einmal geschlagen geben. Seit dem Meeting von Lausanne (5. Juli) hält der Schweizer mit 1:43,12 die Jahresweltbestzeit. Und mit dem Sieg bei "Weltklasse Zürich" hat sich Bucher definitiv als stärkster 800-m- Läufer dieses Jahres herauskristallisiert.

Auch Schelbert am Start

Zweiter Schweizer Teilnehmer in Brüssel ist der 400-m- Hürdenläufer Marcel Schelbert (24). Den Rhythmus hat der WM-Dritte nach der langen Verletzungspause schon wieder recht gut gefunden. Für Schelbert geht es nun vorab darum, die Grundschnelligkeit zu verbessern und an Wettkampfhärte zuzulegen.

Johnson, Jones und Co.

Wie Kipketer kehrt in Brüssel auch Michael Johnson nach einer Verletzung auf die Rennbahn zurück. Der Doppel-Olympiasieger von Atlanta (200/400 m) war an den US-Olympia- Auscheidungen über 200 m im Final mit heftigen Oberschenkel-Krämpfen ausgeschieden.

Wie in Zürich tritt Marion Jones (USA) auch in Brüssel im 100-m-Lauf und im Weitsprung an. Aussicht auf einen Anteil an den 50 kg Gold (750'000 Franken) haben noch je drei Athleten (Maurice Greene / USA / 100 m, Hicham El Guerrouj / Mar / 1'500 m, Ali Saidi-Sief / Alg / 5'000 m) und die Athletinnen (Gail Devers / USA / 100 m Hürden, Tatjana Kotowa / Russ / Weit, Trine Hattestad / No / Speer). Als einzige steht Devers mit vier Siegen zu Buche; sie könnte schon in Belgien definitiv am Jackpot partizipieren.

Nach dem Meeting in Brüssel steht noch jenes von Berlin (1. Spetember) auf dem Programm.

swissinfo und Agenturen

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