Lohnrunde 2002 eingeläutet

Die Angestellten der Chemie- und Maschinenindustrie wollen mehr Lohn. Keystone

Mit der Forderung nach einer "substanziellen Lohnerhöhung" von 3 bis 5% läuten die Angestellten der Chemie- und Maschinenindustrie die Lohnrunde 2002 ein. Ebenfalls auf dem Forderungskatalog stehen mehr Transparenz und Fairness.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juni 2001 - 15:09 publiziert

Die 5% seien konjunktur- und marktgerecht, erklärte Vital Stutz, Geschäftsführer Angestellte Schweiz (VSAM), am Dienstag (26.06.) in Bern an einer zusammen mit dem VSAC durchgeführten Medienkonferenz. Der VSAM und der VSAC sind die beiden grössten Angestellten-Verbände der Maschinen- und Elektroindustrie sowie der Chemie- und Pharmabranche.

Zu knapp ausgefallene Lohnerhöhungen 2000/01

Die geforderten 3 bis 5% rechtfertigen sich laut Stutz durch die deutlich gewachsene Produktivität, den ausgetrockneten Arbeitsmarkt, die nach wie vor guten Konjunktur-Aussichten und die "zu knapp ausgefallenen Lohnerhöhungen für 2000/2001". Im letzten Jahr waren in der Branche Lohnerhöhungen von durchschnittlich 2,5% ausgehandelt worden.

Mit den 3% markierten die Angestellten-Organisationen den unteren Rand der Bandbreite. Damit kämen sie den Unternehmen entgegen, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen hätten, fügte Stutz hinzu.

"Fluktuationsverlierer"

Im Kampf gegen die bis zu 18% hohen Fluktuationsraten in der Branche gibt es für VSAM und VSAC ein probates Mittel: Substanzielle Lohnerhöhungen für alle. Diese Forderung dränge sich nicht nur im Hinblick auf die gute Konjunktur, sondern auch mit dem Blick auf den ausgetrockneten Arbeitsmarkt auf.

Laut Stutz erkämpfen sich heute immer mehr Angestellte individuell mit einem Stellenwchsel eine Lohnerhöhung. Für den betroffenen Arbeitnehmer sei dies zwar in Ordnung. Dieser Trend sei jedoch für das Unternehmen problematisch und teuer sowie für die Angestellten insgesamt zwiespältig.

Die loyale Kernbelegschaft werde zum "Fluktuationsverlierer", weil neu angestellte Mitarbeiter durchwegs höhere Löhne erzielten als ihre Vorgänger. Diese Tatsache schwäche den Zusammenhalt unter den Angestellten, drücke auf die Arbeitsmoral und erodiere die gelebte Unternehmenskultur.

Auch Kaderlöhne verhandeln

"Im weiteren setzen wir uns für mehr Transparenz und mehr Fairness bei der Festsetzung und bei der Verteilung der Lohnsumme ein. Die Angestellten wollen nicht nur über Promille und Prozente, sondern auch über die eigentliche Lohnpolitik des Unternehmens verhandeln", sagte seinerseits der Geschäftsführer des VSAC, Hans Furer.

Laut Furer müssen auch die Kaderlöhne in die Verhandlungen einbezogen werden: "Es geht nicht an, einerseits gegenüber den Angestellten zu argumentieren, die Lohnforderungen seien zu hoch, und andererseits - wenn es um die Erhöhung der eigenen Managerlöhne geht - andere Regeln anzuwenden."

Demotivierend in einem Unternehmen seien oft weniger die zurückhaltende Lohnerhöhung als vielmehr die intransparente und unausgewogene Verteilung. Dieses Fazit zog Kathrin Amacker, Vorsitzende der Personalvertretung der Novartis-Angestellten, aus den Lohnverhandlungen der letzten Jahre.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen