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Mehr Geld für Bildung!

Nur mit guter Betreuung der Studierenden und der Arbeit in kleinen Gruppen lässt sich die Qualität der Ausbildung gewährleisten - doch das kostet.

(Keystone Archive)

Die Nationale Hochschule in Zürich stimmt in den Chor der kantonalen Universitäten ein: Ohne mehr Mittel sei der Bildungs-Auftrag mittelfristig gefährdet.

Weiterhin sieht sich die vom Bund getragene Eidgenössische Technische Hochschule Zürich, die ETHZ, als Spitzenreiterin in der Schweizer Hochschul-Landschaft. Bei der Betreuung der Studierenden, der Qualität der Ausbildung und nun auch im Wechsel auf international übliche Ausbildungsgänge (Bachelor/Master/Doktorat) - in alledem sei die ETHZ top.

Bis zum 150-jährigen Jubiläum der ETHZ im Jahr 2005 soll die Umstellung auf die neuen Ausbildungsgänge abgeschlossen sein - rascher als viele andere Universitäten in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern.

Allerdings betonten die Verantwortlichen an der Jahresmedien-Orientierung am Donnerstag in Zürich primär die Zukunfts-Sorgen, welche ihnen zu schaffen machen. Sparmassnahmen in den nächsten Jahren und unsichere mittelfristige Aussichten liessen ihn zweifeln "ob wir die Verantwortung für die nächste Generation noch übernehmen können", sagte ETH-Präsident Olaf Kübler.

6,5% Mittelzuwachs pro Jahr gefordert

Im Vergleich mit dem Jahr 1990 ist die Zahl der neuen ETH-Studierenden deutlich gestiegen (2000 bis 2001 beispielsweise um 17%), die zur Verfügung stehenden Geldmittel sind jedoch weiterhin gleich.

Mit dem aktuellen Sparkurs für das laufende und das nächste Jahr hat sich die Hochschule vorerst abgefunden. Mittelfristig geht die Schulleitung jedoch von einem jährlichen Wachstum ihrer Finanzmittel von mindestens 6,5% aus. Mehr Bundesgeld sei die Voraussetzung, um die Qualität der Lehre zu garantieren und international konkurrenzfähig zu bleiben.

Immerhin: Punkto Infrastruktur beispielsweise nimmt die ETHZ auch im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz ein. Beispiele sind die technologische Ausrüstung für Mikro- und Nanowissenschaften oder das Zentrum für funktionale Genomik. "Das brauchen wir, um die Besten zu gewinnen", sagte Vize-Präsident Gerhard Schmitt.

Anzahl ausländischer Studierenden konstant

Mit dem Inkrafttreten der Bilateralen Verträge Schweiz-EU am 1. Juni werden die bürokratischen Hürden für ausländische Studierende kleiner. Dennoch rechnet ETHZ-Rektor Konrad Osterwalder nicht mit grossen Veränderungen. "Seit Jahren bleibt der Anteil etwa konstant", stellt er fest.

Die Attraktivität für Studierende aus dem Ausland ist übrigens ein Beispiel, in dem die ETHZ hinter ihrer Schwester-Hochschule, der ETH Lausanne, her hinkt: In der Westschweiz liegt die Zahl der ausländischen Studierenden höher.

Auch sonst steht es um das Verhältnis der beiden Bildungs-Institutionen nicht bestens: Im Bereich Lebenswissenschaften, besonders bei den neuen Gebieten der Genomik, wollen beide in den nächsten Jahren die Vormachtstellung erringen.

Ausspielen Unis kontra ETH?

In der Schweizer Hochschul-Landschaft sind Machtkämpfe zwischen den kantonalen Universitäten und den beiden (technisch und naturwissenschaftlich dominierten) Hochschulen Lausanne und Zürich seit langem Tradition. Nun wolle man aber bei der Forderung nach mehr Geld gemeinsam vorgehen, so die ETH-Verantwortlichen.

Denn so wie Zürich klagt auch die ETH Lausanne, in den letzten 10 Jahren habe man eine Zunahme bei den Studierenden-Zahlen von 48% - die Mittel allerdings stagnierten. Die Situation in den kantonalen Universitäten präsentiert sich nicht viel anders.

Der Haken bei den nun gemeinsamen Forderungen: Die zuständige Ministerin unterstützt zwar die Mittel-Erhöhung um 6,5%. Allerdings ist da immer auch davon die Rede, dass die desolate Situation der Geistes- und Sozialwissenschaften in der Schweiz primär verbessert werden solle.

Ob die Quadratur des Kreises schlussendlich gefunden wird, ist offen. Nach dem Abzug des Pharmakonzerns Novartis (siehe Link) wird es wohl einfacher sein, das Parlament von Investitionen in die Bildung zu überzeugen. Wer jedoch wieviel erhalten wird, ist noch offen. Konrad Osterwalder: "Die Geisteswissenschaften sind wichtig, doch man darf dabei die Perlen, die bereits existieren, nicht kaputt machen."

Eva Herrmann


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