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Mehr Lebensraum für den Kuckuck

Der Kuckuck auf dem Zaune........ Keystone

Der Kuckuck ruft immer weniger aus dem Schweizer Wald. Den drastischen Rückgang des Bestandes will der Schweizer Vogelschutz mit der "Aktion Kuckuck" stoppen. Als "Vogel des Jahres" soll dem Kuckuck nun besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Dieser Inhalt wurde am 15. April 2001 - 09:26 publiziert

Der Kuckuck als Bote des Frühlings gehört zu den beliebtesten Vogelarten. In der Regel kehrt er Mitte April aus seinem afrikanischen Winterquartier in sein Brutgebiet zurück. In den vergangenen zehn Jahren ist der Bestand des Kuckucks vor allem im Schweizer Mittelland drastisch gesunken.

Im Kanton Zürich, wo der Vogel statistisch erfasst wird, reduzierte sich die Zahl um zwei Drittel von 350 auf 120 männliche Rufer. Schweizweit werden noch rund 20'000 männliche Exemplare gezählt.

"Dem Kuckuck geht die Nahrung aus", sagte dazu Christa Glauser vom Schweizer Vogelschutz (SVS) in Zürich. Ursache sei die schleichende Zerstörung vielfältiger Landschaften. Damit verlören auch Raupen, die auf der Speiseliste des Kuckucks zuoberst stehen, ihren Lebensraum.

Aufwertung der Landschaft

Mit der im April gestarteten "Aktion Kuckuck" will der SVS Bauern, Landbesitzer, Gemeinden und Schulen animieren, wieder mehr Kleinstrukturen in die Landschaft zu bringen. Diese erstrecken sich über Hecken, Buntbrachen bis zu Asthaufen und Borden mit Brennnesseln.

Tierfreunde können auf der Homepage des SVS melden, wenn sie einen Kuckuck gehört haben. Eine Karte soll dann Auskunft über das Vorkommen des Vogels geben. Der erste Kuckuck-Ruf in diesem Jahr wurde am 7. April in Grenchen SO registriert. In verschiedenen Gemeinden werden Exkursionen und Vorträge angeboten. Der SVS hat den Kuckuck zudem zum Vogel des Jahres 2001erklärt.

Grosser Schmarotzer

Als einzige Vogelart Europas kümmern sich Kuckucke nicht um ihren Nachwuchs. Sie legen ihre Eier in fremde Nester. In der Schweiz sind gegen 30 Vogelarten als Wirtseltern bekannt. Am häufigsten wählt der Kuckuck den Hausrotschwanz, den Teichrohrsänger und die Bachstelze aus, in deren Nester er ein Ei legt.

Sein Leben lang benutzt das Kuckuck-Weibchen immer dieselbe Vogelart. Pro Jahr legt es bis 25 Eier, aber nur gerade aus einem Viertel schlüpft ein Jungvogel. Die Wirtseltern bemerken den Schwindel häufig und werfen das Ei aus dem Nest oder verlassen es.

Der junge Kuckuck ist drei- bis viermal grösser als seine Zieheltern. Da er entsprechend mehr Nahrung braucht, wirft er kurzerhand seine Konkurrenz aus dem Nest. Der Bettelruf des Riesenbabys tönt so, als sässe eine ganze Brut im Nest, was die Wirtseltern animiert, ihn ständig zu füttern.

swissinfo und Agenturen

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