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Mehr verdächtiges Geld

(swissinfo C Helmle)

In der Schweiz wurden letztes Jahr über 2,7 Mrd. Franken Guthaben wegen Verdacht auf Geldwäscherei gesperrt. Die Terror-Anschläge in New York hatten den Finanzplatz vorsichtig gemacht.

Rekordzahlen bei der Meldestelle für Geldwäscherei des Bundes (MROS): 417 Verdachts-Meldungen gingen im letzten Jahr bei ihr ein. Das ist über ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Nach den Anschlägen vom 11. September in New York gingen 95 Meldungen ein. Dies ist dem Jahresbericht der MROS zu entnehmen, der am Freitag veröffentlicht wurden.

Wie Judith Voney, Chefin der MROS, sagte, betrafen die 95 Meldungen Gelder in der Höhe von 37 Mio. Franken.

Vier mal mehr Geld blockiert

Geldwäscherei-Verdacht bestand bei insgesamt 2,728 Mrd. Franken, verglichen mit 656 Mio. Franken im Vorjahr. Gemäss dem Geldwäscherei-Gesetz werden Guthaben die der Geldwäsche verdächtigt werden, umgehend blockiert.

Hohe Qualität

Die Qualität der Verdachtsmeldungen war gemäss dem Bericht gut: 91% der Meldungen wurden von der MROS an die Strafverfolgungs-Behörden weitergeleitet. Im Jahre 2000 waren es bloss 77% gewesen.

Bezüglich der blockierten Gelder machten die an die Polizei gemeldeten Fälle sogar 99% der Gesamtsumme oder 2,7 Mrd. Franken aus.

Anwälte schöpfen selten Verdacht

Der Grossteil der Meldungen stammte auch letztes Jahr aus dem Bankensektor. Der Nichtbankensektor legte aber anteilmässig deutlich zu, was laut Meldestelle auf eine höhere Sensibilisierung dieses Teils des Finanzplatzes hindeutet.

Als nach wie vor sehr gering werden die Meldungen von Anwälten und Versicherungen eingestuft.

Rangliste: Genf, Zürich, Bern

Die meisten Anzeigen kamen auch 2001 aus den Kantonen Genf und Zürich mit je 133, sowie Bern mit 64.

Kritik und Lob für Schweizer Geldwäscherei-Gesetz

Die Schweiz verschärfte das Geldwäscherei-Gesetz letztmals im April 1998. Ihm unterstehen seither nicht nur Banken, sondern alle sogenannten Finanzintermediäre, also auch Versicherungen und Treuhänder. Vorher war der Schweizer Finanzplatz immer wieder unter internationalen Druck geraten.

Trotz des neuen Gesetzes kam es in den letzten Jahren immer wieder zu Skandalen. Beispielsweise 1999/2000 als die Gelder des ehemaligen nigerianischen Diktators Sani Abacha eingefroren wurden. Auf 17 Schweizer Banken fanden sich rund 660 Mio. US-Dollar.

Obwohl immer noch Skandale aufgedeckt wurden, nahm der Druck aus dem Ausland auf die Schweiz ab. Im vergangenen Dezember lobte der US-amerikanische Botschafter in der Schweiz, Mercer Reynolds, den Bund ausdrücklich

"Die Schweiz kämpfen zuvorderst gegen die Finanzströme des internationalen Terrorismus", sagte er gegenüber swissinfo. Er lobte auch die Ergebnisse der eingesetzten Task-Force.

MROS als Bindeglied

Der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) im Bundesamt für Polizei (BAP) kommt eine Verbindungs-Funktion zwischen den Finanz-Dienstleistern und den Behörden zu.

Bei der Prüfung der Verdachts-Meldungen scheidet die MROS diejenigen Fälle aus, bei denen ein verbrecherischer Ursprung oder die Verbindung mit dem organisierten Verbrechen ausgeschlossen werden können.

Philippe Kropf und Agenturen

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