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Nahost-Mission erfüllt für IKRK-Präsident

Am Dienstag reiste Kellenberger nach Tyrus, um sich über die Lage der Zivilbevölkerung zu informieren.

(IKRK)

Jakob Kellenberger hat vom israelischen Premier Ehud Olmert ein "persönliches Versprechen" erhalten, den Zugang für humanitäre Hilfe in Süd-Libanon zu verbessern.

Zum Abschluss eines viertägigen Besuches in Libanon und Israel hat der Schweizer seinen Appell an die Konfliktparteien erneuert, Zivilpersonen und die Infrastruktur zu verschonen.

Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, hat dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert, Aussenministerin Zipi Liwni und Verteidigungsminister Amir Peretz seine Unzufriedenheit über die humanitäre Situation im Süden Libanons kundgetan.

"Seit zehn Tagen können wir die Dörfer im Süden nicht mehr erreichen", sagte er am Donnerstag vor der Presse in Ost-Jerusalem. Doch er habe das Gefühl, dass seine Botschaft angekommen sei.

"Olmert hat mir versprochen, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um unsere Arbeit zu erleichtern; das heisst, uns den Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu erlauben", sagte Kellenberger.

So habe der israelische Premier erklärt, dass er die Evakuierung von 400 bis 600 Personen - vor allem von Kindern und Verletzten - aus dem Süden Libanons ermöglichen wolle. Ausserdem soll ein IKRK-Schiff mit Lebensmitteln und Medikamenten im Hafen von Tyrus einlaufen können.

Flussdurchquerung – zu Fuss

Kellenberger war am Montag in Beirut eingetroffen, um sich über die humanitäre Lage in Libanon zu informieren. Am Dienstag hatte er zu Fuss den Fluss Litani in Libanon durchquert. Nur auf diese Weise konnte er die südlibanesische Hafenstadt Tyrus erreichen.

Die zwei nach Tyrus führenden Brücken waren bei israelischen Bombardements zerstört worden. Zum Glück habe der Fluss nicht viel Wasser geführt, sagte Kellenberger dazu.

Am Mittwoch reiste er dann auf dem Landweg von Libanon nach Israel. Zu Beginn seines Israel-Besuchs machte sich der IKRK-Präsident zusammen mit dem Vorsitzenden der israelischen Partner-Organisation Magen David Adom (MDA) in Naharija ein Bild der Lage. Die Ortschaft im Norden Israels wird regelmässig von Raketen der Hisbollah-Miliz beschossen.

Gefangene Soldaten

Zur Frage der drei israelischen Soldaten, die von der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah gefangen genommen wurden, trafen gemäss Kellenberger die IKRK-Verantwortlichen für den Nahen Osten, Balthasar Staehelin, und jener für Israel und die besetzten Gebiete, Dominik Stillhart, mit dem palästinensischen Premier Ismail Hanije in Gaza zusammen.

In diesem Zusammenhang traf der IKRK-Präsident in Haifa auch die Familien der gefangenen israelischen Soldaten. Das IKRK hat sich als Vermittler für einen Gefangenenaustausch angeboten, aber bisher noch keinen Zugang zu den Männern erhalten.

Menschenrechtsrat

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen (UNO) berät am Freitag in Genf auf Antrag der muslimischen Staaten über die israelische Offensive im Libanon.

Im Antrag, der auch von den nicht-muslimischen Ländern Russland und China unterstützt wird, wird das Gremium aufgefordert, Schritte gegen "die groben Menschenrechtsverletzungen durch Israel" wie etwa die "landesweiten Angriffe auf unschuldige Zivilisten" einzuleiten.

Die israelische Vertretung am Sitz des Rats in Genf kritisierte am Mittwoch, das von Tunesien präsentierte Gesuch konzentriere sich auf die Lage im Libanon und ignoriere die "zahlreichen Kriegsverbrechen" der radikalen Hisbollah-Miliz gegen Israelis.

swissinfo und Agenturen

Das IKRK in Libanon

Das IKRK ist seit 1967 in Libanon präsent und hat sich um die Opfer der zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah gekümmert.

Um auf die schwierige humanitäre Situation hinzuweisen, hat die Organisation einen Hilfsappell für 65 Mio. Euro gestartet und die eigene Präsenz in Libanon markant erhöht (von 6 auf 59 Delegierte).

Das IKRK, Wächterin über die Genfer Humanitären Konventionen, hat mehrmals seine logistische und neutrale Unterstützung angeboten, um eine Lösung bei den Gefangenen beider Seiten zu finden.

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UNO fordert Zugang

Der UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, hat in Genf ein sofortiges Ende der Kämpfe in Libanon und Zugang zum Süden des Landes gefordert.

Dort seien über 100'000 Menschen abgeschnitten, da Israel die Küstenstrasse nach Tyrus systematisch zerbombt habe.

Die UNO versucht jetzt, Hilfe auf dem Seeweg in den Süden zu bringen.

Egeland hofft auf eine rasche Einigung im UNO-Sicherheitsrat, sonst werde es zur "totalen Katastrophe" kommen.

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