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Nationalbank glaubt an weitere Wirtschaftserholung

Ein optimistischer Jean-Pierre Roth, Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

(Keystone)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) rechnet damit, dass sich die Wirtschaftserholung weiter fortsetzen wird. Der Wachstumsmotor sei die Exportwirtschaft.

Vorbehalte äussert SNB-Präsident Jean-Pierre Roth gegenüber einer Zweckbindung der SNB-Gewinne an die AHV.

Die Schweizerische Nationalbank glaube, dass das Wirtschaftswachstum dieses Jahr fast zwei Prozent betragen werde, bekräftigte der SNB-Präsident in einem Interview der "NZZ am Sonntag". Angesichts der schwachen Vorjahre sei dies zwar mager, doch dürfte die positive Entwicklung nächstes Jahr anhalten.

Am Arbeitsmarkt sei die Wende erreicht. "Wir erwarten in den nächsten Quartalen eine Besserung der Beschäftigungs-Situation", sagte er. Für das laufende Jahr rechnet Roth mit einer Teuerung um ein Prozent.

Motor Exportwirtschaft

Die Wachstumsdynamik kommt laut Roth von der Exportwirtschaft, während die Binnenkonjunktur hinten nachhinke. Das Vertrauen werde aber auch auf diesen Bereich durchschlagen.

"Aber im Binnensektor haben wir natürlich erhebliche strukturelle Probleme", erklärte er. Nicht nur im öffentlichen Sektor, sondern auch in Dienstleistungs-Bereichen, wie beispielsweise im Tourismus, sei die Schweiz zu wenig effizient.

Das Paket des Bundesrates zur Wachstumsförderung sei zwar in den Augen vieler Ökonomen das absolute Minimum. "Doch ich bin der Meinung, dass wir wenigstens diesen Schritt nun machen sollten, statt die Latte zu hoch zu legen und damit zu scheitern", sagte Roth.

SNB-Vorbehalte

Der SNB-Präsident bekräftigte im weiteren die Vorbehalte der Notenbank gegenüber einer Zweckbindung der SNB-Gewinne an die Alters- und Hinterbliebenen-Versicherung (AHV). Brücken mit der Nationalbank auf der einen und der AHV auf der anderen Seite seien "Teufelsbrücken". Da werde politischer Druck auf die SNB praktisch programmiert, sagte er.

Die Geld-und Währungspolitik der Nationalbank könnte beeinträchtigt werden. Zudem werde das Gewinnpotential der Nationalbank überschätzt: Wenn einmal entschieden sei, was mit den Mitteln aus den Goldverkäufen geschehen soll und dieses Kapitel abgeschlossen sei, sehe die Nationalbank ungefähr noch eine Milliarde Franken Gewinn pro Jahr.

Zinsentscheid verteidigt

SNB-Präsident Roth verteidigte im Interview der "NZZ am Sonntag" den Schritt der Notenbank zur Zinserhöhung.

"Wenn man bei unserem Zinsschritt von Überraschung spricht, hat man die Realität ausgeblendet", erklärte er. Die Märkte hätten erwartet, dass die SNB weniger aufs Gaspedal drückt. Das sei nun geschehen, so Roth. "Wir sind doch nicht auf die Bremse getreten! Unsere Geldpolitik bleibt expansiv."

Nächste Zinsschritte noch offen

Wann die nächsten Zinsschritte folgen, lässt der SNB-Präsident offen. Die Beurteilung findet alle Quartale statt, das nächste Mal im September. "Was wir dann entscheiden, ist völlig offen", sagte Roth.

Die Angst, dass mit den Hypothekarzinsen nun auch die Mietpreise steigen, lässt Roth nicht gelten: "In den Ballungsgebieten steigen die Mieten bereits heute - vor allem wegen des knappen Angebots." Allerdings hätte Roth eine Entkoppelung der Mieten von den Hypothekarzinsen begrüsst.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB), Jean-Pierre Roth, rechnet damit, dass sich die Wirtschaftserholung dieses und nächstes Jahr fortsetzen wird.

Der Wachstumsmotor sei die Exportwirtschaft, die Binnenkonjunktur hinke hintennach, sagte Roth der "NZZ am Sonntag".

Vorbehalte äusserte Roth gegenüber einer Zweckbindung der SNB-Gewinne an die AHV. Er verteidigte den Schritt der SNB zur Zinserhöhung.

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