Neu-Orientierung der Medizin gefordert

Die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) ortet eine Krise der Medizin und will etwas dagegen unternehmen. Am Donnerstag (25.05.) hat sie in Bern ihr Projekt eines "Think Tanks" zur Neu-Orientierung der Medizin vorgestellt.

Dieser Inhalt wurde am 25. Mai 2000 - 11:06 publiziert

Die Medizin kann laut SAMW zwar Herzen transplantieren, erreiche aber die Herzen der Menschen oft nicht mehr. Mit den gegenwärtigen Konzepten und in der heutigen Organisationsform sei die Medizin den Anforderungen der Gesellschaft und den immer häufiger zu gut informierten "Kunden" werdenden Patienten kaum mehr gewachsen.

Reflexionsprozess auslösen

Deshalb soll mit dem Projekt "Neu-Orientierung der Medizin" im Gesundheitssystem wie in der Gesellschaft ein Reflexionsprozess über die sinnvollen Ziele der Medizin in Gang gesetzt werden. Die SAMW will dabei eine Katalysatorfunktion übernehmen: Sie leitet und koordiniert das Projekt und publiziert dessen Ergebnisse.

Die Lancierung des entsprechenden Projekts war bereits im Sommer 1999 beschlossen worden. Hauptziel ist die Schaffung eines unabhängigen "Think Tanks", der fundierte Antworten bereitstellen soll. Geplant
sind laut SAMW zwei Klausurtagungen, ein Symposium im Frühsommer
2001 sowie eine breite, regelmässige Öffentlichkeitsarbeit.

Gesellschaftlicher Gewinn

Dem Steuerungsausschuss steht Prof. Johannes Bircher vom Berner Inselspital vor, der eigentliche Initiant des Projekts. Laut Bircher will das Projekt Bedingungen schaffen, die im Bereich der Medizin echte Innovation ermöglichen. Nur so lasse sich ein bedeutender gesellschaftlicher Beitrag und Gewinn realisieren.

An der Medienorientierung in Bern sagte Ständerätin Christine Beerli (FDP/BE), Präsidentin der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit, das Projekt sei "von grösster Bedeutung". Es sei angezeigt, gegenseitige Schuldzuweisungen zu beenden und sachliche Lösungen aufzuzeigen.

swissinfo und Agenturen

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