New York: Friedliche Demo gegen das WEF

Einige tausend Gegner der Globalisation demonstrierten in New York. swissinfo.ch

Tausende von Demonstranten - auch aus der Schweiz - zogen am Samstag friedlich durch die Strassen Manhattans. Man demonstrierte gegen das WEF.

Dieser Inhalt wurde am 03. Februar 2002 - 22:07 publiziert

Nachdem es etliche Tage lang geregnet hatte in New York, begrüsste die Sonne am Samstag den dritten Tag des Davoser Weltwirtschafts-Forum in New York. Die Sonne begrüsste aber auch etliche Tausend Demonstranten, die gegen das WEF ankämpfen.

09.00Uhr: Die ersten Demonstranten versammeln sich auf der Park Avenue, rund 50 Meter vom Hotel Waldorf-Astoria entfernt. Im Hotel finden die WEF-Veranstaltungen statt.

Man hört erste Slogans. Die Transparente werden entrollt. Sie sind gegen das Weltwirtschafts-Forum gerichtet, aber auch gegen den Krieg in Afghanistan oder gegen die einseitige Unterstützung Israels durch die USA.

Ein riesiges Polizeiaufgebot

"Wir sind hier, um den Leuten zu sagen, dass das Forum - das sich den Anschein gibt, etwas Gutes zu sein - in Tat und Wahrheit etwas Tragisches ist für die Welt.", erklärt John Baker, einer der Organisatoren der Demonstration. Baker ist Mitglied der Gruppe ANSWER.

Den Demonstranten gegenüber hat sich eine veritable Armee von Polizisten aufgestellt. Sie bewachen eine breite Zone rund um das Hotel Waldorf-Astoria. Zu Fuss, auf den Motorrädern, hoch zu Ross und gar auf den Fahrrädern: die Polizei ist überall.

Abschrankungen kanalisieren die Demonstranten, die zahlreichen Strassen sind abgesperrt. Es ist unmöglich das Waldorf-Astoria zu erreichen ohne Zutritts-Genehmigung!

Nicht gegen die Globalisierung

Einige Strassenzüge von hier entfernt, etwas nördlich, am Rande des Central Park, eine weitere Ansammlung. Hier sind es ungefähr 2000 Personen. Auch mit Plakaten bewehrt, dazu tragen sie grosse Marionetten mit sich.

"Wir sind keine Bewegung gegen die Globalisierung", sagt eine Sprecherin. "Wir sind gegen eine Welt, in der die Unternehmen das Sagen haben, wir sind für eine Welt in der die Menschen an erster Stelle stehen."

In der Menge auch die zwanzigjährige Elisabeth. Sie ist Schweizerin, lebt und studiert in New York. "Das Weltwirtschaft-Forum und die multinationalen Unternehmen haben nicht das Recht, die Lebensweise der gesamten Menschheit zu bestimmen", sagt sie. "Weil das Forum ja sonst in Davos stattfindet, ist es für mich - als Schweizerin - sehr wichtig, mich hier zu zeigen."

Schweizer Delegation

Sie ist nicht die einzige. Einige der Leute sind speziell aus der Schweiz nach New York gekommen um gegen das WEF zu demonstrieren. So auch "Detti" Böhler aus Bern. Er ist Mitglied der Anti-WEF-Koordination.

Der Zug macht sich auf den Weg, es wird einige Stunden dauern, um Manhattan zu durchqueren, um in die Nähe des Waldorf-Astoria zu gelangen. 8000 Personen sind dabei, sagen die Organisatoren. Es seien 2000 bis 3000, schätzt die Polizei.

Die Demonstration, stark bewacht von den Polizeikräften, verläuft ohne nennenswerte Zwischenfälle. Trotzdem werden etwa dreissig Personen festgenommen.

New York hat die Wette gewonnen. Die WEF-Gegner konnten ihre Meinung kundtun, ohne dass es in der Stadt zu Gewaltanwendung gekommen wäre.

Pierre Gobet, Sonderkorrespondent New York

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