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Niederlage gegen Kanada

Kanadas Brad Schlegel (links) kämpft gegen den Schweizer Martin Plüss.

(Keystone)

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam hat an der WM auch gegen Kanada verloren. Der Traum einer Viertelfinal-Qualifikation ist somit endgültig geplatzt.

Kanadas Viertelfinal-Qualifikation stand bereits vor dem Spiel gegen die "Eisgenossen" fest.

Nach zwei Dritteln war die Schweiz noch 1:0 in Führung gelegen. Mit dem 2:3 in Karlstad gelang der SEHV-Auswahl aber die bisher gefälligste Leistung an der WM in Schweden.

Am Sonntag spielt die Schwiez noch gegen Lettland. Sie kann die WM realistisch nun nur noch auf dem 10., 11. oder 12. Platz abschliessen. Fünf der acht Viertelfinalisten stehen seit Freitag fest. Neben Olympia-Sieger Kanada sind dies Deutschland, die Slowakei, der amtierende Weltmeister Tschechien sowie Finnland.

3 Gegentore in 9 Minuten

Beim Spiel gegen Kanada hatte Jean-Jacques Aeschlimann die Schweiz in der 34. Minute in Überzahl mit einem Nachschuss in Führung gebracht. Den zweiten Schweizer Treffer erzielte Ivo Rüthemann erst 111 Sekunden vor Schluss zum 2:3.

Dazwischen lag ein leistungsmässiger Einbruch, der zu drei Gegentoren durch Dany Heatley, Eric Brewer und Jamie Wright innerhalb von neun Minuten führte.

Für Nationalcoach Ralph Krueger war dieser Einbruch eine grosse Enttäuschung. Erst zum zweiten Mal in seiner fünfjährigen Amtszeit ging ein Spiel nach einer Führung nach zwei Dritteln noch verloren.

"Die Energie ging aus", erklärte Krueger nun am Freitag. "Aber wir sind nicht als Mannschaft untergegangen, sondern es waren Einzelfehler, die uns um die Früchte der Anstrengungen brachten."

Höheners Fehler

Die tragische Figur war der junge Klotener Verteidiger Martin Höhener, der das Eis mit einer Minus-2-Bilanz verliess und zudem beim dritten Gegentor auf der Strafbank sass. Sein Ausschluss war ebenso dumm wie vermeidbar:

Höhener schoss während einer Schweizer Überzahl zuerst schlecht und musste dann mit einem Foul den Gegenangriff verhindern. Im folgenden kanadischen Powerplay erzielte Eric Brewer, der schon bei Kanadas Olympiasieg in Salt Lake City mit von der Partie gewesen war, mit einem Handgelenk- Schuss das 2:1.

Viel Charakter gezeigt

Die Schweizer Mannschaft zeigte aber sehr viel Charakter. Schon gegen Tschechien (0:5), Deutschland (0:3) und die USA (0:3) waren die Leistungen nicht nur schlecht gewesen. Der grösste Unterschied zu den vorangegangenen Partien war, dass die Schweiz erstmals nicht früh in Rückstand geriet.

Die Kanadier verpassten es im Gegensatz zu den Tschechen, Deutschen und Amerikaner, aus zwei Powerplay- Chancen in den ersten zwölf Minuten Kapital zu schlagen. Später zeigten die Schweizer nochmals Charakter, als sie nach dem 1:3 nicht aufgaben und sich nochmals herankämpften.

"Früher wären wir nach dem 1:3 nie mehr zurückgekommen", so Krueger. "Dass wir nochmals reagieren konnten, zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Zu Ausgleichschancen kamen die Schweizer nach Rüthemanns spätem 2:3 aber nicht mehr.

Möglichkeiten für weitere Treffer hatten die Schweizer aber gehabt. Martin Plüss verpasste im ersten Drittel zweimal in Überzahl das 1:0. Nach dem Treffer Aeschlimanns, der in die stärkste kanadische Phase hinein gefallen war, hatten Mark Streit und Ivo Rüthemann das 2:0 auf dem Stock. Und zu Beginn des letzten Drittels besass Mattia Baldi eine ausgezeichnete Chance zum 2:1.

Zu geringe Offensiv-Kraft

Die Schweiz verpasste den dritten Weltmeisterschafts-Punkt gegen Kanada (nach je einem Remis 1949 und 1992) nicht wegen defensiver Mängel, sondern wegen der zu geringen offensiven Durchschlagskraft. Die Schweiz nützte gegen Kanada ihre Möglichkeiten fast optimal -- und verlor trotzdem.

Das Team von Schweden hat einfach etwas zu wenig Talent in seinen Reihen. Ralph Krueger wird aber - wenn der Verband ihn als Coach in Amt und Würden lässt - mit der Schweiz weiter jenen Weg beschreiten, auf den er nach Salt Lake City eingebogen ist.

Krueger: "Die Ausrichtung des Teams von Schweden stimmt. Nur mit täglicher ehrlicher Arbeit kommen wir weiter. Die Generation der jetzt 25- bis 30-Jährigen leistete diese ehrliche Arbeit nicht immer. Wir werden nächste Saison auf dem Fundament dieses WM-Teams aufbauen. Wir brauchen zusätzlich noch ein paar offensive Spieler. Wer das sein wird, werden wir nächste Saison sehen."

Das Angebot an Jenni

Einen Skorer wie Marcel Jenni wünscht sich Krueger aber zurück - und zwar schon nächste Saison. Krueger: "Für 'Schöggi' ist die Tür sicher nicht zu. Er muss jetzt aber mal aufstehen und sich bei seinen Kollegen für das Verhalten in Salt Lake City entschuldigen. Wenn er dann bereit ist, wieder voll mitzuziehen, dann ist für ihn die Tür offen."

swissinfo und Rolf Bichsel, Karlstad (si)


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