Palästinenserin Leila Khaled auf Schweizer Tour

Leila Khaled will die Schweiz aufrütteln, die Palästinenserinnen und Palästinenser zu unterstützten. Keystone

Die palästinensische Politikerin Leila Khaled wirbt in diesen Tagen in mehreren Schweizer Städten für die Sache ihres Volkes. Die ehemalige Intifada-Kämpferin war wegen ihrer Rede am 1. Mai in Zürich in die Schlagzeilen geraten. Nun haben sich die Wogen geglättet.

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2001 - 14:26 publiziert

Die vom Zürcher 1.-Mai-Komitee eingeladene 57-jährige Palästinenserin ist erstmals in der Schweiz, wie sie an einer Medienkonferenz in Zürich sagte. Sie tritt in diesen Tagen in mehreren Schweizer Städten auf und wird ihren Besuch am 1. Mai als offizielle Rednerin in Zürich abschliessen.

Khaled nahm in Zürich Stellung zu den Vorwürfen, sie habe auch heute ihrer terroristischen Vergangenheit der 70-er Jahre nicht abgeschworen und befürworte noch immer terroristische Gewalt im Kampf gegen Israel. Deshalb haben nicht nur Bürgerliche, sondern auch die SP und Gewerkschaften ihren Auftritt als Zürcher 1.-Mai- Rednerin scharf verurteilt.

Sie wolle ihre Auftritte nutzen, um im Nahostkonflikt auch den Standpunkt der Palästinenser einzubringen, sagte Khaled. Bei der Diskussion über Terrorismus dürfe nicht unerwähnt bleiben, dass Israel das palästinensische Volk seit 1948 terrorisiere.

Bei einem Diskussionsabend am Samstag in Luzern führte Khaled, die der Luft-Piraterie bereits 1970 abschwor, den südafrikanischen Freiheitskampf als Vorbild für Palästina an. Die internationale Gemeinschaft müsse mittels Wirtschaftsboykotten auf Israel Druck machen. Sie rechtfertigte allerdings auch Waffengewalt als legales Kampfmittel eines unterdrückten Volkes.

Die Einladung von Leila Khaled spaltet die Gewerkschaften, die für die 1. Mai-Veranstaltung verantwortlich sind. Als bekannt wurde, dass Khaled an einer Konferenz in der iranischen Hauptstadt Teheran teilgenommen hatte, wo verschiedene Extremistengruppen wie die Hamas und Hezbollah zu Bombenanschlägen gegen israelische Ziele aufgerufen hatten, spitzte sich der Streit zu.

Bei einer Aussprache am Samstag hat der Gewerkschaftsbund Zürich seine Ansicht jedoch geändert. Man habe sich informiert und erfahren, dass Khaled als Vertreterin von Frauenorganisationen an der Konferenz teilgenommen habe. Sie habe dort nicht zu Selbstmord-Attentaten aufgerufen. Der Zwist unter Linken und Gewerkschaften in Zürich ist damit vom Tisch.

Keine Botschafterin des Friedens

Allerdings spart die jüdische Gemeinde der Stadt Zürich nicht mit Kritik. Ihr Präsident Werner Rom machte darauf aufmerksam, dass Khaled der Volksfront für die Befreiung Palästinans angehört hatte, jener Gruppe, die 1970 eine Swissair-Maschine entführt und in die Luft gesprengt hatte.

"Es ist nicht unsere Aufgabe, zu beurteilen, wer wen einlädt", sagte Rom gegenüber swissinfo. Wenn aber eine Aktivistin wie Leila Khaled als Botschafterin des Friedens eingeladen wird, eine Frau, die in der Schweiz bittere Spuren hinterlassen hat, dann sind die Organisatoren schlecht beraten worden", sagte Rom gegenüber swissinfo.

swissinfo und Agenturen

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