Patty Schnyder out

Patty Schnyder war in Kloten erneut glücklos. Keystone

Die siebte Teilnahme von Patty Schnyder am Zürcher Frauenturnier endete mit einem Debakel: Sie verlor gegen die Russin Nadja Petrowa nach einer katastrophalen Vorstellung mit 2:6, 0:6.

Dieser Inhalt wurde am 15. Oktober 2001 - 21:19 publiziert

Patty Schnyder (22) hatte gegen die drei Jahre ältere Nadja Petrowa nicht den Hauch einer Chance: Im ersten Satz lag sie nach acht Minuten 0:3 zurück, ehe sie zum 1:3 und zum 2:4 zweimal den Aufschlag durchbrachte.

Der zweite Satz dauerte bloss zwölf Minuten, wenn die zweiminütige Pause zwischen den Sätzen nicht mitgezählt wird. Im zweiten Durchgang gewann Schnyder nur drei von 27 Ballwechseln. Die vierte Erstrunden-Niederlage am Zürcher Frauenturnier war zweifellos eine der bittersten in der gesamten Schnyder-Karriere.

Eine halbwegs vernünftige Erklärung für das Desaster konnte die Schweizerin indes nicht abgeben: «Es ging alles viel zu schnell. Es war ein komisches Spiel, das komplett an mir vorbei lief.»

Schnyder trauerte den zwei einzigen Breakmöglichkeiten zum 2:3 im ersten Satz nach. Wenn sie diese Chancen gepackt hätte, «dann hätte es ein ausgeglichenes Spiel geben können». Stattdessen wurde es eine der einseitigsten Partien in der Turniergeschichte.

Schnyder erzählte nachher wieder einmal, wie gut sie im Training spiele, wie es ihr aber nicht gelinge, diese Leistungen in ein Turnier mitzunehmen, und wie zufrieden sie letzte Woche mit der Leistung gegen Mauresmo in Filderstadt gewesen sei. Alles Schönrederei! Tatsache ist, dass Schnyder immer schlechter spielt und auch immer schlechter wird.

Seit 1998 geht's bergab

Seit der Harnecker-Affäre ist es mit ihr stets bergab gegangen - aus den Top Ten via die Plätze 21 (Ende 1999) und 25 (Ende 2000) auf den aktuellen Weltranglisten-Rang 47. Diese Klassierung entspricht Schnyders derzeitigem Potenzial. Die Saison 2001 war für Patty Schnyder ein Jahr, «in dem ich alle knappen Spiele verlor».

Petrowa, die Schnyder so schlecht aussehen liess, befand sich zuletzt ebenfalls in einer Krise: Sie hatte sechs ihrer letzten sieben Einzel verloren - zuletzt in der Qualifikation von Filderstadt im dritten Satz gegen Anca Barna (De/WTA 100) sogar 0:6.

Capriati bleibt die Nummer 1

Nadja Petrowa trifft im Achtelfinal vermutlich am Mittwoch auf die topgesetzte Jennifer Capriati. Die 25-jährige Amerikanerin hatte am Montag ihren ersten Auftritt als Weltnummer 1 und verlor dabei im Doppel mit Meghann Shaughnessy gegen Lisa Raymond und Lindsay Davenport 5:7, 6:7.

In der Jahres-Wertung führt Capriati vor den letzten drei Wochen der Saison mit 500 Punkten Vorsprung auf Venus Williams, 700 Punkten Vorsprung auf Martina Hingis (die nicht mehr spielen wird) und 900 Punkten Vorsprung auf Lindsay Davenport. Capriati wird das Jahr mit 99-prozentiger Sicherheit als Nummer 1 beenden.

swissinfo und Rolf Bichsel (sda)

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