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Popocatépetl und Matterhorn im Klassenzimmer

Februar 08: Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard stattet der Schule einen Besuch ab. swissinfo.ch

Schweizer Schulen im Ausland sind auch kulturelle Visitenkarten. Sie exportieren traditionelle Werte und ziehen Auslandschweizer und Einheimische an.

Dieser Inhalt wurde am 13. April 2008 - 10:03 publiziert

Das "Colegio Suizo" in Mexiko City ist mit seinen Ablegern in Cuernavaca und Querétaro die weltweit grösste Institution dieser Art.

Seit mehr als 40 Jahren sind die Klassenzimmer Schmelztiegel der lateinamerikanischen und der Mitteleuropäischen Kultur.

Plakate mit dem Matterhorn, der Luzerner Kappellbrücke oder dem Schloss Chillon schaffen genauso Bezug zur Heimat wie die Schulkinder, die Schweizer Volkslieder singen.

"Die Kinder kriegen ein recht breites Bild von der Schweiz mit", erzählt die Primarlehrerin Bettina Huber, die seit acht Jahren in Mexiko lebt.

Viele Eltern schicken ihre Kinder zu Sprachkursen in die Schweiz. Andere verbringen ihre Ferien in Europa. Die Schule organisiert zudem Sommerlager in der Schweiz und fördert den Studentenaustausch.

"Persönliche Beobachtungen des täglichen Lebens in der Schweiz und der persönliche Kontakt mit den Leuten sind entscheidend", sagt der Chemielehrer Franco Donati.

"Wenn die Studenten nach Mexiko zurückkehren sind sie ausnahmslos begeistert. Das Jahr in der Schweiz sei das Beste, was sie jemals erlebt haben, erzählen sie."

Schweizer Werte

Schuldirektor Ambros Hollenstein betont, es sei eine Hauptaufgabe der Schweizer Schulen im Ausland, ein nachhaltiges Image der Schweiz zu vermitteln. "Unsere Studenten sind die künftigen Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Kultur. Viele studieren später an Schweizer Universitäten oder arbeiten in Schweizer Unternehmen."

Hollenstein weist auf die Werte, welche seine Schule mit der Schweiz gemeinsam habe: Verlässlichkeit, Pünktlichkeit, Disziplin, persönliches Verhalten und Rechtschaffenheit.

"Unsere Schule ist leistungsorientiert", so Hollenstein. "Das ist in Mexiko eher unüblich und unterscheidet uns wahrscheinlich von andern Privatschulen."

Dieser Grundsatz trage seine Früchte. Das "Colegio Suizo" hat sich schrittweise auch für die Einheimischen geöffnet, die eine Privatschule suchen. Zu einem gewissen Grad war die Schule auch zu diesem Schritt gezwungen, da die Schülerzahlen seit 1990 kontinuierlich sinken und entsprechend auch die Subventionen zurück gingen.

Auch sportliche Aktivitäten

Dank der Öffnung sei die Schule weniger von den Subventions-Entscheiden der Schweizer Politiker abhängig. Er plädiert für eine Änderung der Subventionskriterien, bei denen vor allem die Anzahl Schüler massgebend sei.

"Es mag schwieriger sein, eine Liste mit Zielen aufzustellen, welche die Schulen erreichen müssen, um in den Genuss staatlicher Gelder zu kommen. Ich bin jedoch überzeugt, dass das ein Schritt vorwärts wäre."

Hollenstein, der die Schule nach acht Jahren im kommenden Sommer verlässt und in die Schweiz zurück kehrt, bezeichnet die akademischen Ziele des "Colegio Suizo" als klar: "Dennoch misst sich die Qualität einer Schule nicht lediglich an den Leistungszielen. Wir sind auch stolz auf unsere sportlichen und kulturellen Aktivitäten."

Immer weniger Schweizer

Die Schule sei der Leistung verpflichtet, stellt auch die Lehrerin Bettina Huber fest. Dennoch sei die Stimmung gelöster als an den Schulen in der Schweiz. "Die Kinder sind anhänglich und lebhaft. Es kommt kaum zu Streitigkeiten auf dem Pausenhof."

Sie werde auch oft nach ihren Schweizer Lern-Methoden und ihren Kriterien für die Benotung der Schüler gefragt. "Manchmal fühle ich mich hier als Schweizerin fast wie eine aussterbende Art. Es gibt immer weniger Schweizer hier", sagt sie mit einem reumütigen Lächeln.

swissinfo, Urs Geiser, Mexico City
(Übertragung aus dem Englischen: Andreas Keiser)

Schweizer Schule Mexiko

Das "Colegio Suizo" wurde 1965 von Auslandschweizern gegründet.

Heute werden dort 1004 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Rund ein Viertel der Schüler sind Schweizer, ein Drittel der Lehrpersonen sind Schweizer.

Die Mehrheit der Schüler und Lehrpersonen stammen aus Mexiko.

Die Schule bietet Unterricht ab dem Kindergarten bis zur Matura an.

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