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Presseschau vom 01.10.2003

Eingeladen – ausgeladen: Der türkische Affront gegen Aussenministerin Calmy-Rey wirft Wellen in der Schweizer Presse. Die Behörden in Ankara hätten eindeutig überreagiert, finden die Kommentatoren.

Das grosse Wirtschaftsthema ist die neue Nummer Eins im europäischen Fluggeschäft.

Ein unglaublicher Eklat sei die geplatzte Türkei-Reise von Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, schreibt der BLICK unter dem Titel:

"Türkei sauer: Bundesrätin Calmy-Rey ausgeladen!"

Kaltschnäuzig sei das Vorgehen, kritisiert das Blatt; offensichtlich sei den Türken ein linkes Postulat im Waadtländer Kantonsparlament in den falschen Hals geraten, das den Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg offiziell anerkenne.

Noch sei unklar, kommentiert die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, ob Ankara mit seiner unsanften Reaktion in erster Linie ähnliche Abstimmungen in weiteren Kantonen verhindern wolle, aber, so die NZZ:

"Die türkischen Bemühungen gleichen zunehmend einem Kampf ohne Perspektive. Frankreich und Belgien sowie die UNO und das Europarlament haben die blutigen Ereignisse Ostanatoliens nach dem Ersten Weltkrieg als Genozid an den Armeniern anerkannt."

Auch die USA übten zunehmend Druck auf Ankara aus, aber dort poche man lediglich darauf, "die Vergangenheit endlich ruhen zu lassen".

Verdrängte Vergangenheit



"Und dieses Land will in die EU?",

fragt die AARGAUER ZEITUNG konsterniert und kritisiert den Schweizer Nationalrat, der es leider schon zweimal versäumt habe, den Völkermord beim Namen zu nennen. Aus Angst vor wirtschaftlichen Nachteilen. Aber dank der Courage von Genf und der Waadt treffe Bern jetzt trotzdem der türkische Bannstrahl.

Die Genfer Zeitung LE TEMPS ist ebenfalls der Meinung, dass die mangelnde Bereitschaft zur Vergangenheits-Bewältigung angesichts der türkischen EU-Ambitionen besonders ungeschickt und fehl am Platz sei:

"L'extrême nervosité de la Turquie à l'égard du génocide arménien est d'autant plus maladroite et déplacée qu'elle frappe à la porte de l'Union européenne!"

Da warens nur noch drei ...

Air France und die niederländische KLM würden eine "moderne Ehe" schliessen, schreibt die BERNER ZEITUNG:

"Jeder der Partner behält auch in Zukunft seine eigene 'Adresse'. Und die Namen werden einfach zusammengelegt."

Ein unvermeidlicher Schritt hin zu gesünderen Strukturen sei die Verbrüderung von Air France und KLM, ist die BASLER ZEITUNG überzeugt, denn:

"Die Zeit der nationalen Airlines neigt sich dem Ende zu."

Die Konzentration der Branche werde weiter voranschreiten, und längerfristig würden drei Airline-Gruppen den europäischen Markt unter sich aufteilen, sagt die NEUE LUZERNER ZEITUNG voraus. Der Umbruch in der Luftfahrt habe definitiv begonnen.

Erfolgsgeschichte oder Flop?

Für den Berner BUND steht fest, dass der neue Riese im Fluggeschäft als Modellfall für die ganze Branche gelten wird:

"Entweder als Erfolgsgeschichte, die schnell Nachahmer finden wird und deshalb die Konsolidierung unter den Airlines beschleunigt; oder als Projekt, das an seiner ehrgeizigen Grösse scheitert."

Richtungsweisend sei der Zusammenschluss, kommentiert der Zürcher TAGES ANZEIGER. Der Entscheid werde eine neue Dynamik in der europäischen Airline-Branche auslösen:

"Mit ihrer Fusion sind Air France und KLM der Konkurrenz einen entscheidenen Schritt vorausgeeilt. Um Schritt zu halten, werden die anderen nachziehen müssen."

swissinfo, Monika Lüthi

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