Presseschau vom 16.04.2003

Der Versuch, in Irak eine Übergangsregierung zu bilden und die neue Stop-Aids-Kampagne in der Schweiz, die Klartext spricht, werden von den Mittwoch-Zeitungen kommentiert.

Dieser Inhalt wurde am 16. April 2003 - 09:04 publiziert

Aber auch die erneuten Einschnitte im Swiss-Flugplan geben zu schreiben.

"Dosé holt Flieger vom Himmel",

titelt der BLICK und listet auf, dass der Airline-Chef André Dosé bei der kriselnden Schweizer Fluggesellschaft 230 Flüge streicht und 161 weitere Entlassungen verfügt hat. Wo denn das hinführe, fragt die Zeitung. Die Antwort: zum Abbau durch die Hintertüre:

"Ohne radikalen Umbau wird die Swiss nicht überleben. Was jetzt als Massnahme auf Zeit angekündigt ist, sieht nach Redimensionierung durch die Hintertüre aus. Ein solches Vorgehen stellt den Managern ein schlechtes Zeugnis aus."

Der Zürcher TAGES ANZEIGER verlangt, dass das Management sich nun zu tiefgreifenden strukturellen Einschnitten durchringe:

"Aber offensichtlich ist man am Firmensitz in Basel dazu noch nicht bereit. Die Swiss-Führungsriege hofft lieber weiter auf ein Wunder, als dass sie der Öffentlichkeit endlich klaren Wein einschenkt."

Die "Befreiten" demonstrieren

Auf ein Wunder hofft man auch anderswo. In einem Zelt in de Wüste trafen sich Iraks Oppositionelle, um eine Nachkriegsordnung zu schaffen. Doch Proteste und Absagen haben das Treffen überschattet. Der Berner BUND:

"Die Ergebnisse am Beginn der irakischen Nachkriegszeit scheinen den düsteren Vorhersagen Recht zu geben."

Es überrasche zwar nicht, dass nach der Eroberung das Chaos ausgebrochen sei, schreibt der BUND. Überraschend sei vielmehr, dass die Sieger nicht darauf vorbereitet gewesen seien. So bleibt für die Zeitung das Prinzip Hoffnung:

"Es ist zu hoffen, dass die Sieger des 3. Golfkrieges den Anforderungen des Friedens gewachsen sind und den Wunsch der irakischen Bevölkerung nach Versöhnung und einem Neubeginn in Freiheit grösser ist, als Skeptiker meinen."

Die AARGAUER ZEITUNG sieht die "Befreiten" protestieren. Sieht, dass die Freudenfeiern den antiamerikanischen Demonstrationen weichen. Jene Araber, die es immer gewusst hätten, fühlten sich bestärkt:

"Washington, das noch den Sieg zelebriert, ist bereits dabei, die Gunst dieser besonderen historischen Stunde wieder zu verlieren."

Aidskampagne spricht Klartext

In der Aids-Prävention in der Schweiz dominiere nun eine direkte Sprache, schreibt die BASLER ZEITUNG:

"Nach der harmlos-witzigen Gemüse-Kampagne der letzten zwei Jahre reagiert jetzt das Bundesamt für Gesundheit mit einer direkteren Plakataktion."

Für die BaZ allerdings ist die Kampagne "unterkühlt". Die welsche LE TEMPS fragt sich:

"Aids: Eine Kampagne für wen?"

Die Ansteckungen hätten um 25 Prozent zugenommen. Vor allem bei den Homosexuellen und den heterosexuellen Migranten aus Schwarzafrika:

"Dort, wo die Frauen einen vergleichsweise hohen Tribut zahlen müssen - ohne dass wir wissen, ob sie sich hier oder im Herkunftsland angesteckt haben."

Für die LUZERNER ZEITUNG ist es auch erschreckend, dass in einigen afrikanischen Ländern bereits jeder Dritte mit dem Virus angesteckt ist. Dort sei man im Kampf gegen das Massensterben auf die Hilfe der westlichen Industrieländer angewiesen. Aber, so Zeitung aus Luzern:

"Es fehlt überall an Geld. Selbst dem Bundesamt für Gesundheit wurden die Mittel für die Aidsprävention sukzessive um die Hälfte gekürzt."

swissinfo, Urs Maurer

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