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Presseschau vom 16.07.2003

Die Felsbrocken, die am Dienstag vom Matterhorn herunter stürzten, geben nicht nur Bergsteigern und Zermatter Hoteliers, sondern auch den Kommentatoren der Schweizer Zeitungen zu denken.

Dieser Inhalt wurde am 16. Juli 2003 - 10:00 publiziert

Auch der Start zur Schweizer Fussball-Meisterschaft, die heute in den Stadien mit neuem Modus und neuem Namen beginnt, gab zu schreiben.

"Der schönste Schutthaufen der Welt", titelt der TAGES-ANZEIGER seine Meldung vom Felsabbruch am Hörnligrat und der Evakuation von 90 Alpinisten.

"Das Matterhorn war schon immer ein brüchiger Berg. Dass aber ein ganzer Teil der Normalroute runterfällt, ist neu."

Der BLICK griff zu den Grossbuchstaben: "Alarm! Das Matterhorn bricht ab".

Wahrzeichen Matterhorn ohne Spitze?

Nicht nur wir Menschen, auch das Wahrzeichen der Schweiz leide unter der momentan sengenden Hitze. Und mit einer "Horror-Vision", einer Fotomontage, fragt die Boulevard-Zeitung: "Sieht das Horu bald so aus?"

Auf dem Bild ist vom stolzen Berg nur noch der Sockel zu sehen, wo sonst die charakteristische Spitze mit dem nach links geneigten Gipfel thront - gähnende Leere.

Der Berner BUND macht sich auf zur Spurensuche zu den Ursachen der Felspolterei, und wird bei der Klimaerwärmung fündig.

"Spüren wir jetzt das am eigenen Leib, was uns die Klimaforscher seit Jahren mit zittrigen Grafiken und komplizierten Modellen vorhergesagt haben? Die Antwort lautet: Ja."

Das ewige Eis habe sich in der heissen Sonne doch als vergänglich erwiesen und habe die Gesteinsmassen nicht mehr zurück halten können. Ob die zu hohen Temperaturen tatsächlich mit der Klimaveränderung zusammenhängen würden, könne niemand schlüssig sagen.

Lernen von der Natur

"Es könnte aber auch kein Forscher anschaulicher schildern, was eine solche Umwälzung für uns Menschen bedeutete, als das Klima es derzeit tut", so der BUND.

"Klima nur kurzfristig prima", findet die BERNER ZEITUNG, und bringt die Hitze konkret mit den Energieproduzenten und Energieverbrauchern in Verbindung.

Geschmolzenes Gletscherwasser fülle die Stauseen, und hohe Strompreise sorgten für volle Kassen bei den Kraftwerkbetreibern. Und die Konsumenten könnten munter Strom verbrauchen und trügen so zur Klimaerwärmung bei.

"Das kann selbst der Stromwirtschaft nicht gleichgültig sein", so die BZ zum auftauenden Gletscher-Eis.

Weniger Stromverbrauch, geringere Klimaerwärmung

"Der Stromprofit von heute sollte nicht in zusätzliche Stauseen oder thermische Kraftwerke investiert werden, sondern in Massnahmen, die den Energie- und Stromverbrauch vermindern."

So lässt sich laut BZ auch der Klimawandel bremsen.

Rundes Leder statt polternder Fels

Es lebe die Swiss Football League, Super League und die Challenge League. Nationalliga A und B sind Geschichte. Geschichte auch der ominöse Strich und die Punktehalbierung zur Winterpause. In der gesundgeschrumpften Super League kämpfen nur noch 10 statt 12 Mannschaften um Pokal und gegen den Abstieg.

"Einsames Duell, viel Kosmetik", konstatiert der TAGES-ANZEIGER. "Der Name der Liga ist neu, der Modus ist neu. Nur der Kreis der Favoriten wird nicht neu erfunden." Meister werde der FC Basel oder GC, der Titelverteidiger.

Länger hält sich der TAGI mit den Fussball-Anglizismen auf, die auf Schweizer Rasen Einzug gehalten haben..

"Die Namensänderung ist entweder zum Schmunzeln oder zum Lachen."

In der "Challenge League", der ehemaligen Nationalliga B, werde von Agno bis Yverdon aber trotz Namenskosmetik vornehmlich der fussballerischen Provinzialität gehuldigt, schreibt der TAGI.

Verspielte Glaubwürdigkeit

Auch könne der neue Name dem Schweizer Fussball nicht das wieder zurück bringen, was in

"wilden Eskapaden von Vereinspräsidenten in Sitten, Lugano, Lausanne, Wil oder Luzern" verspielt worden war: Die Glaubwürdigkeit.

"Langeweile? Keine Spur!", freut sich dagegen die AARGAUER ZEITUNG auf den Meisterschafts-Start.

"Vorbei sind die Zeiten, da im November der Spitzenkampf Erster gegen Zweiter vom 'Strichduell' Achter gegen Neunter in den Schatten gestellt wurde."

Zwar ist auf für die AZ klar, dass nur der FC Basel oder GC für den Titel in Frage kommen, dahinter könne aber ein Kampf um die Plätze im Uefa-Cup toben:

"Und weil es nur zehn Mannschaften in der Liga sind, kämpft möglicherweise die ganze zweite Ranglistenhälfte gegen den Abstieg."

swissinfo, Renat Künzi

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