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Presseschau vom 17.11.2003

Einmal mehr machen Terroranschläge Schlagzeilen in den Schweizer Zeitungen. Bei den beiden Attentaten in Istanbul ist gar von einer neuen Front im Terrorkrieg gegen den Westen die Rede.

Viel Lob erntet im weiteren der Schweizer Tennis-Profi Roger Federer mit seinem Weltmeistertitel beim Masters-Cup in Houston, USA.

"Wer auch immer die Täter waren, sie haben die 25'000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde in Istanbul in ihrem Herzen getroffen", schreibt die BASLER ZEITUNG.

Ähnlich kommentiert die NEUE LUZERNER ZEITUNG auf der Titelseite:

"Die beiden Anschläge von Istanbul haben die Türkei im Mark getroffen. Die Explosionen vor den zwei Synagogen stehen in einer Reihe ähnlicher Terrorakte, die islamistische Fanatiker in den vergangenen Jahren im Mittleren Osten und Nord- und Schwarzafrika verübt haben."

"Ideales Ziel"

Gemäss dem Kommentar im Berner BUND geht es bei den Anschlägen keineswegs nur darum, Juden einen grauenvollen Denkzettel zu verpassen:

"Vielmehr haben die Täter, die wahrscheinlich dem Terrornetzwerk Osama bin Ladens angehören, eine neue Front im Terrorkrieg gegen den Westen eröffnet."

Der Terror vom Samstag richte sich aber auch gegen den Versuch der gemässigt islamistischen türkischen Regierung, den repressiven Laizismus zu überwinden, um ein aufgeklärtes islamisches Demokratie-Modell aufzubauen, schreibt der BUND weiter. Und:

"Der Erfolg dieses Experiments würde radikalen Islamisten den Boden abgraben – eine Entwicklung, die nicht in bin Ladens Interesse liegen kann."

Der Zürcher TAGES-ANZEIGER schreibt von einem "idealen Ziel für Extremisten":

"Auf einmal zeigt sich, dass die Türkei eigentlich ein perfektes Feindbild für islamistische Extremisten abgibt. Sie gilt bei ihren arabischen Nachbarn trotz des jüngsten Freundschaftstiefs während des Irak-Krieges immer noch als ausreichend amerikafreundlich, und Ankara pflegt als einziges muslimisch geprägtes Land der Region traditionell enge politische und militärische Beziehungen zu Israel."

Die türkische "Brücke"

Wer auch immer die Urheber des Horrors seien, schreibt die Genfer Zeitung LE TEMPS, es sei die türkische "Brücke", die getroffen werden sollte:

"Pont entre l'Islam, l'Occident et la modernité; pont entre les religions; pont entre le nouvel ordre mondial américain – aussi problématique soit-il – et une région meurtrie……Brücke zwischen dem Islam, dem Westen und der Moderne; Brücke zwischen den Religionen; Brücke zwischen der neuen amerikanischen Weltordnung – so problematisch sie auch ist – und einer zerschundenen Region."

Federer im Hoch

Zu einem ganz anderen und weitaus erfreulicheren Thema: Der Baselbieter Roger Federer hat sich in Houston den Weltmeistertitel bei den ATP-Masters geholt und ist damit zur Nummer 2 der Welt aufgestiegen.

"Glorreicher Saisonschluss für Roger Federer", titelt die BERNER ZEITUNG. Und der TAGI spricht von einem "Meilenstein in Texas". Für die NZZ kommt der Sieg in Houston einem "neuen Höhepunkt in Federers Karriere" gleich.

Federer sei endlich ein "Grosser" geworden, kommentiert der BUND: "Er ist mittlerweile stark und konstant genug, gegen die meisten Gegner mit einer durchschnittlichen Darbietung reüssieren zu können. Genau das ist der Unterschied zwischen den vielen guten und den wenigen 'grossen' Tennisprofis."

Reife erreicht

Ähnlich tönt es im LE TEMPS: "Il n'en est pas moins resté une personnalité attachante, drôle et de bonne éducation. La personnalité dont le tennis masculin avait besoin, peut-être, pour entamer une nouvelle ère. – Trotzdem ist er eine reizende und witzige sowie wohlerzogene Persönlichkeit geblieben. Exakt die Persönlichkeit, welche der Männertennis braucht, um vielleicht eine neue Ära einzuläuten."

swissinfo, Gaby Ochsenbein

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