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Presseschau vom 21.01.2004

Viermal höhere Studiengebühren an den Schweizer Universitäten. Das verlangt die Wirtschaft in einer Studie. Die Zeitungen reagieren kritisch auf den politisch brisanten Vorschlag.

Ein weiteres Thema ist das World Economic Forum in Davos.

Die Wirtschaft fordert eine Erhöhung der Studiengebühren von 1300 auf 5000 Franken. Das brächte Mehreinnahmen von einer halben Milliarde und würde 800 zusätzliche Professuren ermöglichen.

Gleichzeitig würde rund die Hälfte der Studierenden vom Staat Studien-Darlehen erhalten.

"Nichts Unanständiges", titelt DER BUND und stellt gleich fest, der Vorschlag rieche nach einem Versuch, die Kosten der Universitäten zu privatisieren.

"Denn die gleichen Kräfte treiben den Staatsabbau voran und treten im Ringen um die Bildungsausgaben auf die Bremse."

Privilegierte Studenten

DER BUND bezeichnet das Modell als eine Möglichkeit, die schwierige Finanzsituation an den Universitäten zu entschärfen.

"Wer studiert, ist privilegiert und findet nach Studienabschluss in den meisten Fällen immer noch einen Arbeitsplatz mit Lohnperspektiven, die für Nichtstudierte unerreichbar sind."

Die nationale Vereinheitlichung der Stipendien sei allerdings eine Voraussetzung für höhere Studiengebühren, stellt DER BUND fest:

"Wenn heute ein Zuger Student in Bern von seinem Kanton anderthalb Mal soviel Geld bekommt wie sein Studienkollege aus dem Wallis, hat das mit Föderalismus viel und mit Chancengleichheit wenig zu tun."

Auf dem Hintergrund der steigenden Studentenzahlen und der katastrophalen Betreuung vor allem in den Geisteswissenschaften sei die Studiengeld-Erhöhung eine Schraube, aber nicht der zentrale Hebel, kommentiert DER BUND abschliessend.

"Wichtiger ist die Zusammenlegung einzelner Fachbereiche und damit die Konzentration der Universitäten auf gewisse Stärken. Denn die Schweiz kann sich ein Hochschulangebot in der heutigen Breite nicht mehr leisten."

Eine neue Steuer?

Für den TAGES ANZEIGER legt das Modell den Finger auf einen wunden Punkt:

"Die im Vergleich zu anderen Ländern tiefen Studiengebühren bevorteilen die Falschen. Ein Grossteil der Studierenden könnte 5000 Franken pro Jahr locker bezahlen."

Dennoch schätzt der TAGES ANZEIGER die Chancen für das Modell als gering ein. Dies auch, weil es den etwas besser verdienenden Mittelstand schmerzlich treffen würde.

"Eine Vervierfachung des Studiengeldes käme einer neuen Steuer gleich. Das dürfte nicht nur bei der SVP auf Widerstand stossen."

Prominenz in Davos

Genau auf den heutigen Beginn des Weltwirtschafsforums präsentiert sich Davos tief verschneit.

"Weisse Pracht für die Prominenz in Davos" titelt die BASLER ZEITUNG und stellt fest:

"Trotz Sicherheitsaufwendungen ist das Forum für Davos ein gutes Geschäft. Der Kongresstourismus hat einen goldenen Boden."

Der Westschweizer LE TEMPS fasst die Stimmung im verschneiten Kurort auf seine Art und Weise zusammen: "Sous les flocons, le doute" - "Unter den Schneeflocken die Zweifel".

swissinfo, Andreas Keiser

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