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Presseschau vom 22.03.2004

Die Schweizer Medien beschäftigen sich mit den weltweiten Protesten ein Jahr nach Kriegsbeginn in Irak.

Aber auch der "Antifaschistische Abendspaziergang" mit seinen Scharmützeln nach der offiziellen Demo in Bern gab Anlass zu Kommentaren.

Hunderttausende haben am Samstag weltweit friedlich gegen den Irak-Krieg demonstriert.

"Es waren viele, aber trotzdem weniger als vor einem Jahr zu Beginn des Irak-Krieges," schreibt die BERNER ZEITUNG und belegt dies mit Zahlen: "Damals waren 40'000 nach Bern gekommen, diesmal noch 4000".

Ähnlich sieht es auch der Berner BUND: "Es war nicht mehr jenes Meer von Regenbogenfahnen wie vor einem Jahr".

Der TAGES ANZEIGER konzentriert sich auf den Haupt-Initiator des Irak-Krieges: "Als Kriegspräsident, ja als Feldherr des 'Kriegs gegen den Terror', wollte sich George W. Bush eine zweite Amtszeit sichern."

Der US-Präsident setze angesichts des schwächelnden Arbeitsmarktes und explodierender Etat-Defizite auf die Aussen- und Sicherheitspolitik. Aber auch dort würden Fragezeichen gesetzt, meint der TAGI weiter:

"Mit Unbehagen verfolgen viele Amerikaner überdies den generellen Umgang dieses Präsidenten mit dem Rest der Welt; zu rau bisweilen, dazu nicht selten selbstherrlich".

Scharmützel in Bern

Zurück in die Schweiz, nach Bern. Hier gibt der in Krawalle ausgeartete "Antifaschistische Abendspaziergang" nach der Demonstration am Samstag Anlass zu Besorgnis.

Die BZ zitiert die wütende Berner Polizeidirektorin Ursula Begert: "Sie demonstrieren gegen die Gewalt und wenden selber Gewalt an."

Dies müsse Konsequenzen haben: "Geht es nach mir, so darf man die nächste Demo dieser Art nicht mehr zulassen, sondern muss sie von Anfang an auflösen".

Es hätte schlimmer kommen können, heisst es im Berner BUND fast besänftigend, "denn eigentliche Strassenkämpfe mit blutigen Köpfen, zu denen es leicht hätte kommen können, blieben aus."

Dass es nicht so schlimm gekommen sei, wie es hätte kommen können, sei jedoch kein Grund, zur Tagesordnung überzugehen, schreibt der BUND weiter. "Umso weniger, weil die ganze Aufregung und der Aufruhrbekämpfungs-Apparat nicht nötig gewesen wären, wenn es den Dialog gegeben hätte, den die Polizei aktiv gesucht hatte."

Aber es habe nicht sollen sein, da es mit "Bullen" keinen Dialog gebe, zitiert der BUND einen Exponenten der Antifa. Die Zeitung befürchtet: "Irgendwann wird ob solch selbstgefälligem Fundamentalismus ein 16-Jähriger mit Bier in der Hand vom Wasserwerfer überfahren werden".

Und spätestens dann werde es auch Antifa nicht mehr geheuer sein – "nur dann ist es (viel) zu spät."

swissinfo, Etienne Strebel

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