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Privatversicherer 2006 wieder in Hochform

Den Versicherern ging es 2006 wieder besser. Im Bild: Verkehrsunfall in Schindellegi.

(Keystone)

Nach der Katastrophe im Sommer 2005 verlief das Geschäftsjahr 2006 für die Privatversicherer wieder hervorragend, wie der Schweizerische Versicherungsverband am Mittwoch bekanntgab.

Im Schadenversicherungsgeschäft dürfte das Prämienvolumen um etwa 1,8% gewachsen sein, schätzt der Dachverband in seinem Jahresbericht.

Die Schweizer Privatversicherer blicken auf ein ausgezeichnetes Jahr zurück und werden voraussichtlich sehr gute Jahresabschlüsse präsentieren, wie Albert Lauper, Präsident des Schweizerischen Versicherungsverbands (SVV), an der Jahresmedienkonferenz in Zürich sagte.

Nach den Rekordschäden im Vorjahr wegen Unwettern profitierte die Branche 2006 von einem günstigen Schadenverlauf. Hinzu kam die gute Verfassung der Finanzmärkte, die sich in sehr guten Finanzergebnissen der Versicherungen niederschlug.

Im Geschäft mit der Schadenversicherung sei das Prämienvolumen 2006 schätzungsweise um 1,8% gewachsen, sagte der Verbandspräsident weiter. Am stärksten wuchs dabei die Motorfahrzeugversicherung mit einem geschätzten Prämienwachstum von 2,8%.

Lebens- und Kollektivversicherungen rückläufig

Wie schon in den beiden Vorjahren waren die Prämieneinnahmen in der Lebensversicherung hingegen rückläufig. Mit einem geschätzten Minus von 1,8% fiel der Rückgang aber deutlich geringer aus als in den Vorjahren.

Mehr als zwei Drittel des Prämienvolumens entfällt auf das Kollektivgeschäft, das um etwa 1,2% sank. Die tiefen Zinsen drückten unter anderem auf das Geschäft der Einzel-Kapitalversicherungen mit Einmaleinlagen.

Erdbeben-Föderalismus: Nur kantonales Vorgehen möglich

Im Ausblick machte Lauper darauf aufmerksam, dass sich das Projekt für eine landesweite Erdbebenversicherung verzögern wird. Bei den Arbeiten mit den kantonalen Gebäudeversicherungen sei klar geworden, dass auf Grund der Vielzahl unterschiedlicher rechtlicher Voraussetzungen ein individuelles Vorgehen in den 19 Kantonen mit Monopolanstalten unumgänglich sei.

Der Wunschtermin für die Einführung am 1. Januar 2008 habe sich deshalb als nicht umsetzbar erwiesen. Realistisch ist gemäss Lauper nun ein Beginn der landesweiten Erdbebenversicherung auf Anfang 2009.

Zu den hängigen Gesetzesvorlagen bekräftigte der Versicherungsdachverband seine Unterstützung für die integrierte Finanzmarktaufsicht, bei der das Bundesamt für Privatversicherungen mit der Bankenkommission fusioniert werden soll.

Senkung des Umwandlungssatzes

In der beruflichen Vorsorge möchten die Versicherungen nach wie vor eine feste Formel für den Mindestzinssatz sowie eine rasche Senkung des Umwandlungssatzes. Die Revision des Unfallversicherungsgesetzes, zu der gegenwärtig eine Vernehmlassung läuft, müsse eine Liberalisierung und eine klare Abgrenzung zwischen privaten Versicherungen und der Suva bringen, forderte der Verband.

Ausserdem wurde ein Wechsel an der Spitze des SVV angekündigt: Präsident Albert Lauper wird auf die Generalversammlung von Anfang Juni zurücktreten und soll durch Erich Walser abgelöst werden.

Walser tritt Ende August 2007 als CEO der Helvetia Gruppe zurück und wird sich aufs Verwaltungsratspräsidium beschränken.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Laut einer Statistik aus dem Jahr 2004 gehören die Schweizer mit Pro-Kopf-Ausgaben für Versicherungen von 5716 Dollar zu den am höchsten versicherten Nationen der Welt.
An zweiter Stelle stehen die Briten (4508 Dollar), gefolgt von den Iren (4091), den Japanern (3875) und den US-Amerikanern (3755).
Die Franzosen folgen auf Platz 9 mit 3028 Dollar, die Deutschen auf Platz 14 mit 2287.

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In Kürze

Der SVV ist der Branchenverband der Schweizer Versicherungen.

Mitglieder sind 75 Versicherungen, die 95% der Jahresprämien in der Schweiz einnehmen (inkl. Zweigstellen im Ausland).

Die Versicherungsbranche hat 2006 rund 45'000 Personen in der Schweiz beschäftigt. Die acht multinationalen Schweizer Versicherer beschäftigen im Ausland 92'000 Personen.

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