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Reichtum mit Eishockey?

Seine bewährte Strategie erprobt Anschutz auch in der Schweiz: Er kaufte die Genfer Hockeyaner.

(swissinfo.ch)

Für den US-Milliardär Philip Anschutz laufen die Geschäfte über Genf. Um sein Imperium zu vergrössern, investiert der Besitzer von Servette Genf in Eishockey. Das ist erst der Anfang.

Die durchdachte Sport- und Immobilien-Strategie der Gruppe aus Los Angeles hat sich bewährt. In Genf, wie auch überall sonst, hat Konzernchef Philip Anschutz, dessen persönliches Vermögen bei gegen 20 Mrd. Dollar liegt, immer das gleiche Rezept angewandt: Nachdem er mit Erdöl, Telekommunikation und Eisenbahnen Erfolg hatte, entschloss sich der amerikanische Milliardär, in Immobilien, insbesondere in den Bau von Sportkomplexen, zu investieren. Und für ihn fangen die Geschäfte immer mit dem Kauf eines Hockey-, Basket- oder Fussballklubs an.

Zum Beispiel "Staple Center"

Das frappanteste Exempel: Anschutz gehört der Hockeyklub Kings, und er ist Mehrheitsaktionär des berühmtesten Basketballklubs von Los Angeles, der Lakers. Aber er besitzt auch das bekannte "Staple Center", wo die beiden Teams spielen. In diesem sagenhaften 400-Mrd.-Dollar-Tempel wird aber nicht nur Sport getrieben. Auch viele glanzvolle Anlässe wie die Verleihung der Grammy Awards finden dort statt.

Der multifunktionelle Komplex kommt einer eigentlichen Lunge im Stadtzentrum gleich. In seinen luxuriösen Logen werden zahlreiche einträgliche Geschäfte abgeschlossen, wodurch die Anschutzgruppe schwindelerregende Profite einfahren kann.

"Wir wollen Geld machen"

Nach entsprechenden Erfolgen in Grossbritannien, Deutschland und der tschechischen Republik hat der Konzern beschlossen, sein Modell in die Schweiz zu exportieren. Und so hat Philip Anschutz im Jahr 2000 den Eishockeyklub Genf Servette gekauft.

Aber der Aufstieg der Genfer Hockeyaner in die NLA ist erst der Anfang der Expansion des amerikanischen Imperiums in der Schweiz. Wie üblich wird Anschutz auch da ins Immobiliengeschäft einsteigen.

Sein Ziel ist der Bau eines ganz neuen und topmodernen Indoor-Komplexes."Wir sind nicht Mäzene", meint Stefan Klein-Erfkamp, der von der Anschutzgruppe eingesetzte Generaldirektor des Genfer Klubs, "sondern Investoren. Wir streben nach Profit. Unser Ziel", so Klein-Erfkamp weiter, "ist das Geldverdienen. Und nicht nur mit einem Hockeyklub. Die Abteilung Anschutz Entertainment Group (AEG) will noch viel weiter gehen."

Genf bietet mehrere Trümpfe

Die Wahl ist nicht zufällig auf Genf gefallen. In der internationalen Stadt haben zahlreiche Unternehmen und Privatbanken ihren Hauptsitz, was die Stadt Calvins zu einem interessanten Zentrum macht.

Gewichtige Trümpfe, welche die Kleinheit des Schweizer Marktes mehr als nur wettmachen. Sein angeborener Geschäftssinn hat Anschutz nach Genf geführt. Und dort werden Sport und "merchandising" von nun an gut zusammenleben.

Doch Sportclubs und Grossimmobilien machen das Sportgeschäft allein noch nicht aus. Der dritte im Bunde sind die Medien, und da ist Anschutz nicht selbst aktiv. Mit Massenmedien-Mogulen wie Murdoch oder Berlusconi muss man erst ins Business kommen, denn diese zahlen Übertragungsrechte. Das Zusammenkrachen des hochverschuldeten bayerischen Kirch-Imperiums zeigt aber, dass das Big Business mit dem Massensport nicht ohne Risiken ist. So riskieren momentan die Fussball-Clubs in Deutschland, bei einem Konkurs von Kirch ihrer Übertragungsrechte verlustig zu gehen.

Dazu kommt, dass generell die Sportstadien in den grösseren Schweizer Städten neu gestaltet werden oder schon sind: Wankdorf in Bern, St. Jakob in Basel, Hardturm in Zürich. Doch bei der Finanzierung der dazugehörenden Sportclubs klappt es noch nicht überall. Fraglich ist ausserdem, ob das offenbar zunehmende Rowdytum rund um die Stadionsfoklore das Konsumverhalten in diesen Freizeittempeln fördert. In Amerika kommt es ja nur schon aus kommerziellen Gründen kaum zu Hooliganismus - zu gross wäre die Gefahr eines Publikumsverlusts. Doch Europa ist nicht Amerika.

swissinfo/Mathias Froidevaux

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