Resistente Salmonellen auf dem Vormarsch

Fleisch (vor allem Geflügel) und Eier sind häufig Träger von Salmonellen. www.tierklinik.de

Krankmachende Salmonellen-Bakterien, die gegen mehrere Antibiotika resistent sind, sind auch in der Schweiz verbreitet.

Dieser Inhalt wurde am 05. November 2001 - 18:25 publiziert

Bauchschmerzen, Durchfall, Fieber und Erbrechen - dies die typischen Symptome einer Salmonellen-Erkrankung. Übertragen werden die Bakterien durch verunreinigtes Trinkwasser oder Nahrungsmittel. Vor allem Geflügel, rohe Milch, Eier und Eierspeisen sind häufig Träger von Salmonellen.

Weil in der Medizin und der Tiermedizin noch immer zu häufig Antibiotika eingesetzt werden, ist diese Waffe gegen Salmonellen stumpf geworden: Eine am Montag veröffentlichte Publikation des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zeigt, dass verschiedene Salmonellen-Stämme unempfindlich geworden sind gegen einen Teil der Antibiotika.

Verglichen mit England oder Deutschland sei die Situation in der Schweiz aber günstig, sagte Hans Schmid von der BAG-Sektion bakterielle und parasitäre Krankheiten.

69,1 Prozent waren mehrfach resistent

Ein bestimmter Klon des Bakteriums Salmonella typhimurium ist gegen mehrere Antibiotika resistent. Die BAG-Untersuchung bezog 311 solcher isolierter Bakterien in ihre Betrachtungen ein.

Davon waren 69,1 Prozent mehrfach resistent. 14,8 Prozent waren gegen alle 16 Antibiotika empfindlich, die für die Untersuchung herangezogen worden waren.

Antibiotika meist nicht nötig

Trotz diesen alarmierend hohen Resistenz-Werten relativieren die Fachleute die Gefahr in der Schweiz. Denn auch wenn die Liste der unwirksam gewordenen Antibiotika recht lang ist, so gibt es doch weiterhin wirksame Mittel zur Bekämpfung von schweren Erkrankungen durch Salmonellen-Infektionen.

Zudem sei in den allermeisten Fällen die Behandlung von Salmonellen-Erkrankungen mit Antibiotika gar nicht nötig, sagte Schmid. Die meisten durch Salmonellen verursachten Erkrankungen würden nach zwei oder drei Tagen von selber abklingen.

Massnahmen gegen Resistenzen am Laufen

Die Resistenzlage von Salmonellen-Bakterien befindet sich in der Schweiz unter ständiger Kontrolle. Sie unterliegt dem Nationalen Zentrum für enteropathogene Bakterien der Universität Bern.

Damit möglichst keine überflüssigen und falsch eingesetzten Antibiotika verschrieben werden, läuft seit einigen Monaten eine entsprechende Kampagne für Ärzte und Patienten.

Um die (geringere) Gefahr einer Resistenz-Übertragung durch die Tiermedizin weiter zu minimieren, sind Antibiotika-Futterzusätze als Leistungs-Förderer bei Nutztieren in der Schweiz bereits seit letztem Jahr verboten.

Eva Herrmann und Agenturen

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