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Risiken der Gentechnologie

Um die Chancen und Risiken der Gentechnologie besser beurteilen zu können, muss die Forschung Aussagen über die Folgen der neuen Technologie machen können. Für BUWAL-Direktor Philippe Roch ist klar, dass dies Zeit und vor allem Geld kostet.

Dieser Inhalt wurde am 13. Juni 2000 - 16:17 publiziert

Roch referierte am Dienstag (13.06.) zum Auftakt eines internationalen Forums, bei dem an vier Veranstaltungen bis im Jahr 2001 Experten über Gentechnologie diskutieren. Das Forum wird vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) zusammen mit der Stiftung "Science et Cité" und dem Technology Assessment-Programm des Schweizerischen Wissenschaftsrats organisiert.

Mehr Forschung

BUWAL-Direktor Roch plädierte in seiner Eröffnungsrede des ersten Symposiums unter dem Titel "Risiken der Gentechnologie - Phantom oder Realität?" für eine Verstärkung der Forschung, die ihren Rückstand gegenüber der Technik aufholen müsse. Wesentlich seien Fragen über Nebeneffekte, die genetische Veränderungen nach sich ziehen können.

Auch ethische Fragen müssten noch geklärt werden. Bruno Oberle, Vize-Direktor des BUWAL, fügte an, im Umgang mit der Gentechnologie müsse ein "gesellschaftlicher Konsens" gefunden werden, wie die Risiken dieser neuen Technologie einzuschätzen seien.

Umstrittener Referent

Eine klare Position präsentierte der renommierte und nicht minder umstrittene Gentech-Kritiker Jeremy Rifkin. Der Ökonome aus den USA ist Präsident der "Foundation on Economic Trends". Er forderte in seinem Referat ein Verbot von Patenten auf Leben.

Bei der Gentechnologie gebe es einen harten und einen weichen Weg. Der harte Weg führe letztlich dazu, dass die menschliche Genmasse via Patente vom Markt kontrolliert würde. Rifkin appellierte an die "kollektive Verantwortung".. Diese müsse sich für den "weichen Weg" einsetzen.

Dabei werde die neue Technologie angewandt, um den Gentyp besser zu verstehen, nicht um ihn zu verändern. Die Nutzung dieser Informationen würde einen grossen Fortschritt bedeuten. Statt Krankheiten zu heilen, könnte künftig verhindert werden, dass Menschen überhaupt krank würden.

Kritik von Forschenden

Wenig Verständis für den Auftritt Rifkins, der im Vorfeld der Tagung vorab in Gentech-Kreisen für Unmut gesorgt hatte, zeigte der Verein "Junge Forschende für eine verantwortungsbewusste Gentechnologie" (JFvG). Es wirke "zynisch, von diesem Exponenten der technologiefeindlichen Kreise einen konstruktiven Beitrag" zu erwarten, schreibt der JFvG in einem Communiqué.

Das 2. Symposium unter dem Titel: "Kann die Politik die Gentechnologie steuern?" ist für September/Oktober 2000 geplant. Im Mai 2001 folgt die 3. Veranstaltung "Wie rentabel ist die Gentechnologie?", im Oktober 2001 das 4. Symposium "Zur Verantwortung der Wissenschaft im Bereich Gentechnologie, Kultur und Ethik".

swissinfo und Agenturen

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