Scharfe IKRK-Rüge an Israel

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat Israel in ungewöhnlich scharfer Form für die Behinderung von Rettungskräften im Gazastreifen kritisiert. Israels Militär habe eindeutig das humanitäre Völkerrecht verletzt.

Dieser Inhalt wurde am 08. Januar 2009 - 16:47 publiziert

"Das internationale humanitäre Völkerrecht gebietet, dass die Konfliktparteien verletzten und kranken Personen helfen müssen. Die israelischen Streitkräfte sind dieser Verpflichtung nicht nachgekommen", sagte Dominik Stillhart vom IKRK.

Nach einem Angriff auf Gazas Stadtteil Seitun habe die israelische Armee tagelang palästinensischen Sanitätern und IKRK-Vertretern den Zugang zu den Verletzten verwehrt. In einem Haus seien dort vier hungernde Kinder bei ihrer toten Mutter und mindestens elf weitere Leichen gefunden worden.

"Sie waren zu schwach, um aus eigener Kraft aufzustehen", berichtete das zur Neutralität verpflichtete IKRK. "Das ist ein schockierender Vorfall", sagte der für Israel und die Palästinensergebiete Verantwortliche des Komitees, Pierre Wettach. "Das israelische Militär muss von der Situation gewusst haben, half aber den Verwundeten nicht."

Die israelische Armee erklärte zu den Vorwürfen, sie arbeite bei der Hilfe für Zivilisten mit internationalen Hilfsorganisationen zusammen und greife Zivilpersonen nicht absichtlich an.

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