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Schweiz holt ihren ersten Punkt bei der WM

Cabanas und Zidane kämpfen um den Ball.

(Keystone)

Zu Beginn der Fussball-Weltmeisterschaften in Deutschland hat das Schweizer Team mit 0:0 gegen Frankreich einen ersten Punkt geholt.

Mit dem Unentschieden hält sich die Schweiz die Chancen für die Achtelsfinale offen. Im anderen Spiel der Gruppe G besiegte Südkorea Togo 2:1.

Im ersten Schweizer WM-Gruppen-Spiel seit zwölf Jahren fielen keine Tore. Das 0:0 vor 47'757 Zuschauern in Stuttgart gegen das grosse Frankreich lässt dem Schweizer Team für den weiteren WM-Verlauf alle Möglichkeiten offen.

Bei Temperaturen von über 30 Grad prägten die Abwehrreihen die Partie. Die Franzosen, angeführt von einem starken Zinedine Zidane, führten die feinere Klinge und erspielten sich etwas mehr Tormöglichkeiten.

Zu den besten Chancen kamen hingegen die Schweizer.

In der 24. Minute "schnipselte" Tranquillo Barnetta einen Freistoss äusserst gefährlich vors Tor und an den Pfosten. Stürmer Alex Frei konnte, ebenso wie der aufgerückte Philippe Senderos, den Ball nicht ins Netz abfälschen.

Den Nachschuss setzte der Goalgetter von Stade Rennes dann über die Latte. In der 65. Minute kam Daniel Gygax aus kurzer Distanz nach einer prächtigen Flanke Ludovic Magnins zum Kopfball; Frankreichs Keeper Barthez klärte mit den Füssen.

Zuberbühler musste selten eingreifen

Obwohl die Schweizer die Partie leicht nervös begonnen hatten, musste Torhüter Pascal Zuberbühler, der einen souveränen WM-Einstand feierte, selten eingreifen. Für Schrecksekunden sorgten andere: In der 4. Minute flog der Ball Magnin im eigenen Strafraum an die Hand.

Und in der 37. Minute nach einem Fehler von Senderos und einem Querpass von Ribéry schoss Henry wieder im Strafraum Patrick Müller den Ball an die Hand.

Die beste Möglichkeit der "Equipe Tricolore" vergab in der 90. Minute der unmittelbar zuvor eingewechselte Dhorasoo, der ganz knapp daneben schoss.

Vor der Partie hatte Nationaltrainer Köbi Kuhn alle überrascht: Er stellte in der Startaufstellung mit Alex Frei und Marco Streller zwei Stürmer auf.

5 Schweizer erhielten Gelbe Karte

Dadurch fiel Daniel Gygax, der hinter der einzelnen Sturmspitze hätte spielen sollen, aus der Anfangsformation. Gygax wurde nach 57 Minuten für Streller eingewechselt und brachte frischen Schwung ins Schweizer Spiel.

Acht Spieler, davon fünf Schweizer, erhielten vom russischen Schiedsrichter Ivanov die Gelbe Karte gezeigt.

"Langsam wird es zur Gewohnheit"

Raymond Domenech, der Nationaltrainer von Frankreich, meinte nach dem Spiel: "Mit der Schweiz wird es langsam zur Gewohnheit. Uns hat es an Durchsetzungsvermögen gefehlt. Ich hätte lieber drei Punkte geholt. Aber wir haben in den nächsten beiden Spielen noch die Chance auf das Weiterkommen."

Er habe, so fuhr er fort, schon viel schlechtere Spiele zwischen Frankreich und der Schweiz gesehen.

Sein Kollege, der Schweizer Trainer Köbi Kuhn, gab sich zufriedener. "Das Unentschieden geht in Ordnung, denn auch die Franzosen hatten ihre Chance", sagte er. "Es nützt nichts zu sagen, ob wir einen Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren haben."

In der ersten Halbzeit seien seine Spieler nicht auf der Höhe gewesen. "Da haben wir zu nervös reagiert und es nicht verstanden, den Ball zu halten." Nach der Pause sei es besser geworden. Mit der Willensleistung seiner Mannschaft sei er zufrieden.

"Dafür müssen wir gegen Togo auf Sieg spielen", kündigte Kuhn an. Nächsten Montagnachmittag treffen die Schweizer in Dortmund auf Togo.

Sonne, Hitze...

"In der ersten Halbzeit hatten wir wegen der tief stehenden Sonne Probleme, überhaupt die Mitspieler zu sehen", kommentierte Ludovic Magnin. "Da schien uns die Sonne voll ins Gesicht."

Der Schweizer Verteidiger meinte gegenüber swissinfo, der nächste Match werde um drei Uhr nachmittags stattfinden - und das gegen eine afrikanische Mannschaft, die sich die Hitze gewohnt sei.

...und "stumpfer Rasen"

Sowohl Domenech als auch Kuhn beschwerten sich über den Rasen. Er sei bei dieser Hitze "sehr stumpf" gewesen. "Da passieren Dinge, die grossen Spielern eigentlich nicht passieren."

Stürmer Alexander Frei sieht es positiver. Zu swissinfo sagte er: "Wir hätten zwei oder drei Chancen gehabt. Aber das Unentschieden ist korrekt. Zu viele Bälle konnten wir nur schlecht halten."

swissinfo und Agenturen

Fakten

Frankreich – Schweiz: 0:0
In der gleichen Gruppe:
Südkorea – Togo: 2:1
Provisorisches Klassement der Gruppe:
Südkorea: 3 Punkte
Schweiz: 1 Punkt
Frankreich: 1 Punkt
Togo: 0 Punkte

Infobox Ende

In Kürze

Die Schweiz hat ausser 1993 und ihrem Erfolg beim 1:0 Sieg gegen Italien während der WM-Ausscheidung nie mehr eine ganz grosse Mannschaft geschlagen.

Während den Ausscheidungs-Spielen für die laufenden Weltmeisterschaften gab es zwischen der Schweiz und Frankreich zwei Mal ein Unentschieden (0:0 am 26. März 2005 in Paris und 1:1 am 8. Oktober 2005 in Bern).

Die beiden nächsten Gegner der Schweiz in Deutschland sind Togo am 19. Juni in Dortmund, und Südkorea am 23. Juni in Hannover.

Im FIFA-Weltklassement figuriert Frankreich als Nummer 8, die Schweiz an 35. Stelle.

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