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Schweiz solidarisch mit den Erdbeben-Opfern von Java

Aufräumarbeiten nach dem Erdbeben auf Java.

(Keystone)

Die provisorische Opferbilanz des Erdbebens vom frühen Samstagmorgen auf der Insel Java beträgt inzwischen gegen 5000 Tote.

Die Schweizer Regierung und Hilfsorganisationen haben Unterstützung angeboten. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) entsandte zwei Experten vor Ort.

Die Zahl der Todesopfer durch das verheerende Erdbeben auf der indonesischen Hauptinsel Java ist auf gegen 5000 gestiegen. Alleine in der Grossstadt Yogyakarta kamen 1550 Menschen ums Leben.

Dies sagte der Polizeichef der Provinz, Bambang Sampurna Jati, der indonesischen Nachrichtenagentur Antara. Ausserhalb der Stadt gab es laut den Behörden mindestens 438 Tote. Über 20'000 Menschen wurden bei dem Beben am Samstag überdies verletzt.

Der Erdstoss hatte nach unterschiedlichen Angaben eine Stärke zwischen 5,9 und 6,2 auf der Richterskala. Das Beben ereignete sich am Samstag Morgen vor der Insel Java südlich der bei Touristen beliebten Stadt Yogyakarta.

Kondolenzschreiben des Bundesrates

Bundespräsident Moritz Leuenberger und Bundesrätin Micheline Calmy-Rey haben Indonesien im Namen der Schweizer Regierung und der Schweizer Bevölkerung ein Kondolenzschreiben übermittelt.

Die Schweizer Botschaft in Jakarta hat die 20 Schweizer Staatsangehörigen, die in der vom Erdbeben betroffenen Gegend leben, kontaktiert. Sie seien in Sicherheit und gesund.

Die Schweiz nahm Kontakt zur indonesischen Regierung und zur UNO auf, um ihre humanitäre Hilfe anzubieten.

Die Arbeit des Indonesischen Roten Kreuzes unterstützt Bern mit 100'000 US-Dollar.

Schweizer Hilfe

"Bis jetzt haben wir von den indonesischen Behörden oder internationalen Organisationen noch keine Anfrage für Hilfe erhalten", sagte Thomas Jenatsch, Sprecher des Schweizer Korps für Humanitäre Hilfe (SKH), gegenüber swissinfo.

"Vorerst schicken wir zwei unserer Leute von Banda Aceh nach Jakarta, um die Situation zu erkunden."

Laut SKH-Chef Toni Frisch wird wegen der besonderen Situation nicht damit gerechnet, dass westeuropäische Rettungsteams zum Einsatz kommen.

So befänden sich wegen dem Vulkan Merapi, der schon seit Wochen verstärkte Aktivität aufweist, bereits sehr viele Hilfskräfte und Militärangehörige sowie Güter in der Region.

Caritas, HEKS und SRK leisten Nothilfe

Die Hilfswerke Caritas, HEKS und Schweizerisches Rotes Kreuz (SRK) stellen Nothilfe für die betroffene Bevölkerung bereit. Caritas setzt 150'000 Franken ein, das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) 100'000 Franken und das Schweizerische Rote Kreuz 150'000 Franken.

Der SRK-Koordinator in Aceh/Sumatra und eine Krankenschwester reisten ins Erdbebengebiet, um Abklärungen vorzunehmen.

Programmverantwortliche von Caritas begeben sich ebenfalls nach Java, die Nothilfekoordinatorin von HEKS befindet sich bereits für erste Abklärungen in Yogyakarta.

Allfällige Bedürfnisse für Hilfsgüter oder personelle Ressourcen würden, nach Auskunft von Schweizer Hilfswerken, aus der benachbarten Insel Sumatra beschafft, wo im Zug des Wiederaufbaus nach dem Tsunami Lager bestehen. Die Glückskette verzichtet zurzeit auf einen Sammelappell.

Am Sonntag hat Jakarta die Internationale Gemeinschaft um Katastrophen-Hilfe angefragt.

swissinfo und Agenturen

Fakten

8. Oktober 2005: Ein Beben der Stärke 7,6 in der Region Kaschmir hat in Pakistan und Indien mindestens 75'000 Todesopfer gefordert.
28. März 2005: 905 Todesopfer auf der Insel Nias vor Sumatra in Indonesien.
26. Dezember 2004: Ein Beben vor Sumatra verursacht einen Tsunami, der sich über rund 10 Länder in Südostasien erstreckt. Bilanz: 220'000 Todesopfer und Vermisste.
26. Dezember 2003: 31'000 Tote nach einem Erdbeben in Bam, Iran.
21. Mai 2003: Ein Erdstoss fordert 2277 Todesopfer in Algier und Umgebung.
26. Januar 2001: Mehr als 20'000 Tote in Gujarat, in Westindien.

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In Kürze

Nach dem Tsunami im Dezember 2004 hatte die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) vorerst mit Hilfsexperten und Material interveniert und später zahlreiche Aufbauprojekte in der am stärksten betroffenen Provinz Banda Aceh finanziert.

Die Glückskette, die wichtigste Schweizer Spendenorganisation bei Katastrophenfällen, schickte damals 40 Mio. Franken für den Wiederaufbau.

Die Schweizer Behörden engagieren sich im Konflikt von Aceh und unterstützen Projekte, die Menschenrechte, Demokratie und Frieden betreffen, ausserdem Wirtschaftsprojekte.

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