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Schweiz unterstützt WHO

Gute Ernährung und richtige Bewegung - ein Anliegen der Weltgesundheitsorganisation.

(Keystone)

Das Bundesamt für Gesundheit will am Treffen der Weltgesundheits-Organisation in Genf eine Strategie gegen das Übergewicht einbringen.

192 Länder nehmen am Jahrestreffen in Genf teil.

Seit Montag tagen die Vertreter von 192 Ländern der Weltgesundheits-Organisation (WHO). "Was ihre Strategie betreffend Ernährung und körperliche Aktivitäten betrifft, unterstützt die Schweiz die Weltgesundheits-Organisation vollumfänglich", sagt Gaudenz Silberschmidt vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).

"Die enge Zusammenarbeit von Ländern und interessierten Organisationen, Regierungen, Konsumenten und Produzenten ist wichtig, um unsere Ernährungs- und Bewegungs-Gewohnheiten zu ändern", sagt Silberschmidt gegenüber swissinfo.

Auch WHO-Generaldirektor Jong-Wook Lee bekräftigt, dass bezüglich öffentlicher Gesundheit noch viel zu tun bleibe.

"Es gibt noch viele Herausforderungen im Gesundheitsbereich, denen wir uns stellen müssen", sagt Lee, "inklusive dem Auffinden neu aufkommender Krankheiten, dem Bekämpfen jener Krankheiten, denen wir seit Jahrzehnten ausgeliefert sind und den Risiken, die mit ungesunden Ernährungsweisen zusammen hängen".

USA: Übergewicht bald schlimmer als Tabakkonsum

Für den Mittwoch wird von den Gesundheitsexperten eine Debatte zur Globalstrategie bezüglich Ernährung, Bewegung und Gesundheit erwartet.

Im Zentrum der Diskussionen steht seit zwei Jahren die Ernährung mit Gemüsen, Früchten und wenig Fett enthaltenden Nahrungsmitteln sowie die Reduktion des Zucker- und Salzkonsums und die Zunahme der Körperaktivität.

Laut WHO sind Fette, Zucker und Salz für rund 60% der jährlich 56,5 Mio. vermeidbaren Todesfälle verantwortlich. Auf diese drei Faktoren entfallen zahlreiche Krankheiten im Bereich der Herzgefässe sowie Diabetes.

Silberschmidt sagt, in den USA werde erwartet, dass das Übergewicht schon im kommenden Jahr dem Tabakkonsum die Position Nummer 1 bei den Ursachen vermeidbarer Krankheiten streitig macht. Dieser Trend beunruhigt die Schweizer Gesundheits-Beamten.

"In der Schweiz jedoch führt der Tabak die Statistiken immer noch an, wenn es um Gesundheitsprobleme geht", so Silberschmidt "Nur zeigt der Trend bei Jugendlichen und Erwachsenen leider in die falsche Richtung."

"Wir können nur hoffen, dass unsere Strategie angenommen wird", so der BAG-Sprecher. "Es braucht einen gemeinsamen Zugang, auch wenn dies die Welt nicht von einem Tag auf den anderen ändern wird."

Laut Diplomatenaussagen haben einige Zucker produzierende Länder wie Brasilien, Kuba oder Mauritius ihre Lobbyisten gegen den WHO-Entwurf ins Rennen geschickt. Die Vereinigten Staaten scheinen sich damit abgefunden zu haben.

Noch am Eröffnungstag des Jahrestreffend gab sich Silberschmidt zuversichtlich, dass der Entwurf diese Woche abgesegnet wird. "Es ist vielversprechend, wie die Industrie einsieht, dass es Zusammenarbeit braucht, um die Situation ändern zu können", so der BAG-Sprecher.

Bezahlbare Medikamente

Neben dem Thema Übergewicht werden die WHO-Vertreter auch über Wege beraten, wie den Millionen von AIDS-Kranken bezahlbare Medikamente zur Verfügung gestellt werden können.

Schätzungsweise 40 Millionen Menschen sind laut WHO weltweit HIV-infiziert. Die Organisation hat ein ehrgeiziges Programm lanciert, damit rund drei Millionen HIV-Infizierte in den ärmsten Ländern der Welt an bezahlbare, lebensverlängernde Arzneien kommen.

Silberschmidt sagt, die Schweiz stehe hinter dieser Initiative. Die Vogelgrippe, SARS und die Chancen der Weltgesundheits- Organisation, die Kinderlähmung auszurotten, sind weitere Themen am Jahrestreffen.

swissinfo, Anna Nelson aus Genf
(Aus dem Englischen von Alexander Künzle)

Fakten

Gemäss der Weltgesundheitsorganisation ist der Konsum von Zucker, Salz und Fetten verantwortlich für 60% der jährlich insgesamt 56 Mio. vermeidbaren Todesfälle.

10 bis 20% der Männer und 10 bis 25% der Frauen in den Industrieländern werden als zu fettleibig erachtet.

42% der Schweizer Männer und 28% der Frauen werden als übergewichtig eingestuft.

Heute sind in der Schwezi drei Mal soviele Kinder übergewichtig wie vor 20 Jahren.

Weltweit sind rund 40 Mio. Frauen, Männer und Kinder HIV-infiziert.

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