Navigation

Schweiz will Sitz für Hirnforschungs-Zentrum

Hirnforschung mit Hilfe von Informatik. Im Bild ein Kuhhirn. Keystone Archive

Schweizer Vertreter drängen an einem internationalen Wissenschafts-Treffen auf die Kandidatur Zürichs als Sitz für ein Hirnforschungs-Sekretariat.

Dieser Inhalt wurde am 07. Februar 2005 - 16:28 publiziert

Dahinter steht die Hoffnung, dass ein derartiges Koordinationsbüro für Neuroinformatik die bestehende Forschung in Zürich verstärken wird.

Neuroinformatik geht mit Hilfe von Mathematik, Computerwissenschaften und Statistik den Daten aus der Hirnforschung auf den Grund.

Während der letzten Jahre sind diverse Wissenschafter an der Universität und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich bereits für ihre Arbeit ausgezeichnet worden.

Laut Paul-Erich Zinsli, Vizedirektor des Staatssekretariats für Bildung und Forschung (SBF), lässt jedoch die internationale Anerkennung auf sich warten.

"Die finanzielle Unterstützung von Wissenschaften ist nicht im von uns erhofften Ausmass gestiegen. Daher wäre das Zentrum eine gute Art, international bekannt zu machen, was die Schweiz auf diesem Gebiet leistet", so Zinsli gegenüber swissinfo.

"Zürich ist bereits ein Zentrum für die Neuroinformatik, mit guten Ergebnissen seit den 90er-Jahren", ergänzt er. "Doch eine internationale Koordination fehlt weitgehend."

Kleines Land mit wenig Einfluss

Ein Sekretariat der Internationalen Koordinationsstelle für Neuroinformatik (INCF) als internationales Koordinations-Büro wird seit über einem Jahr innerhalb des Global Science Forums (GSF) diskutiert.

Das GSF ist ein Organ der Organisation für Wirtschaft, Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Die Schweiz ist zwar OECD-Mitglied, aber ein kleines, und kann deshalb die Themen-Agenda kaum gross beeinflussen.

"Wir konzentrieren uns deshalb auf jene Themen, die für uns relevant sind und bei denen wir eine führende Rolle spielen können", sagt Zinsli. "Natürlich können wir uns an diesen Forums-Veranstaltungen nicht mit den grösseren Ländern wie Frankreich oder Deutschland messen."

Die Kandidatur als Sitz der Koordinationsstelle für Neuroinformatik ist ein Teil dieser Strategie. "Diese Grundidee stand zur Debatte, weil in Zürich sehr gute Forschungs-Teams operieren, die eine koordinierende Rolle sehr gut übernehmen könnten", sagt Zinsli gegenüber swissinfo.

Bisher wenig Wettbewerb um den Standort

Der Konkurrenzkampf um den Standort des Büros verlief bisher nicht sehr heftig. Höchstens die Schweden liessen durchblicken, ebenfalls interessiert zu sein. Doch müssen sie zuerst – was die Schweizer schon haben – einen durchdachten Vorschlag präsentieren.

Da jedoch nicht sofort über den Standort entschieden wird, dürfte ein mögliches Wettrennen nicht jetzt schon ausgeschlossen werden.

Der Schlussentscheid, wo das Sekretariat zu liegen kommt, wird von den Vorschlägen abhängen, die dem World Science Forum (WSF) vorgelegt werden. Das WSF hat zum Ziel, die Interaktion der Wissenschaften, Gesellschaft und Politik zu durchleuchten.

Kriterien wie Infrastuktur, leichte Erreichbarkeit und bereits Vorhandenes, um den Wissenschaftern die Arbeit zu erleichtern, werden im Entscheid berücksichtigt.

"Die Schweiz ist bereit, die Basis-Infrastruktur zur Verfügung zu stellen – Räumlichkeiten, Labore, Computer – während die laufenden Kosten zwischen den Ländern geteilt würden, die sich fürs Mitmachen entscheiden", führt Zinsli aus. "Finanzielle Anreize sind üblicherweise nicht Teil des Pakets."

Einzige Chance

Laut dem SBF-Vizedirektor hat die Schweiz ein weiteres Ass im Ärmel, wenn es um den Entscheid geht: "Die Chancen von Zürich werden durch die Erfahrung der Stadt als Sitz internationaler Organisationen und Firmen vervielfacht", betont er.

Das Zentrum für Neuroinformatik könnte die einzige Chance in der nahen Zukunft für die Schweiz sein, eine internationale Forschungsstätte zu beherbergen.

"Die Angelegenheit, das Wissen aus der Hirnforschung – insbesondere der Neuroinformatik – zu koordinieren, ist schon länger in der Diskussion", sagt Zinsli weiter. "Es ist das Ende eines langen Prozesses und es ist das einzige Sekretariat, um das man sich im Moment bewerben kann."

swissinfo, Scott Capper
(Aus dem Englischen von Alexander P. Künzle und Philippe Kropf)

Fakten

Das Wissen aus der Hirnforschung soll weltweit besser koordiniert werden.

Die Schweiz bewirbt sich um den Sitz eines ensprechenden Sekretariats für Neuroinformatik.

Auch Schweden hat Interesse bekundet - es könnte somit zu einem Wettrennen um den Sitz kommen.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.