Schweizer Athleten "heiss" auf Turin

Salt Lake City: Als Simon Ammans Traum Wirklichkeit wurde. Keystone

"We are on fire" heisst die offizielle Hymne der Schweizer Delegation an den Olympischen Spielen von Turin. Die Athleten brennen auf die Wettkämpfe.

Dieser Inhalt wurde am 06. Februar 2006 - 10:37 publiziert

Vom 10. bis 26. Februar wollen Schweizer Sportler mindestens acht Medaillen gewinnen. Vor vier Jahren waren es elf gewesen.

Blenden wir zurück: In Salt Lake City im amerikanischen Mormonenstaat Utah gewannen Athleten und Athletinnen aus der Schweiz nicht weniger als elf Olympiamedaillen. Erfolgreich waren sie im Skispringen, bei den Ski- und Snowboardrennen, im Langlauf, Curling, Bob und Skeleton.

Sinnbild für den Schweizer Erfolg war Doppel-Olympiasieger Simon Ammann, der auf der grossen wie auch der kleinen Schanze allen übrigen Konkurrenten davon geflogen war.

Hohe Vorgabe

Swiss Olympic (SO), der Dachverband des Schweizer Sports und verantwortlich für die Schweizer Kampagne in Turin, erwartet von seinen Athleten mindestens acht Medaillen. Dabei stützt sich SO auf die Resultate von Schweizer Sportlern in den letzten beiden Jahren.

Der Dachverband ist verantwortlich für sämtliche olympischen Belange in der Schweiz. Diese reichen von der Selektion der Athleten über die organisatorische Vorbereitung bis zur Führung der Schweizer Teams vor Ort.

Wie hoch in Turin die Trauben für eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille hängen, beschreibt SO-Vertreter Werner Augsburger, Missionschef der Schweizer Delegation, gegenüber swissinfo: "Im heutigen Elitesport braucht es in derselben Disziplin drei Trumpfkarten, um eine Medaille zu gewinnen." Reelle Chancen haben die Schweizer Sportler deshalb nur in einigen Disziplinen.

Alpine, Bob, Skeleton, Eiskunstlauf

Am besten sieht es bei den alpinen Snowboardern aus: Hier dominieren Schweizer die bisherigen Weltcup-Rennen fast nach Belieben, und zwar bei den Männern wie Frauen. Aber auch im Bob, Skeleton, Curling, Eiskunstlauf und bei den Skirennfahrern und Skispringern können Schweizer auf das Podium der besten drei kommen.

Im Eiskunstlauf ruhen die Schweizer Hoffungen ganz auf Stéphane Lambiel (siehe Porträt), dem amtierenden Weltmeister aus dem Wallis. Kürzlich hat er an den Europameisterschaften Silber gewonnen, ist also für Olympia bestens gerüstet.

Im Skispringen hat der Schwyzer Andreas Küttel (siehe Porträt) diesen Winter mit zwei Weltcup-Siegen und mehreren Podestplätzen gezeigt, dass er zu den Besten der Welt gehört.

Der Dominator

Der sicherste Wert für olympisches Edelmetall ist aber Philipp Schoch, der bereits vor vier Jahren mit Gold aus den USA zurückgekehrt war. Aber auch für alle anderen Mitgliedern des Schweizer Snowboard-Teams liegen Medaillen durchaus im Bereich des Möglichen.

Nicht ganz so gut stehen die Chancen in den Bereichen alpiner Skirennsport und Langlauf. Ambrosi Hoffmann hatte zuletzt im Weltcup etwas Probleme. Dagegen könnte es für Didier Defago klappen, wenn er in Abfahrt oder Super G endlich einen fehlerfreien Lauf ins Tal bringen kann.

"Goldiges Eis?"

In der Loipe ist es mehr als zweifelhaft, ob die von Laurence Rochat (Porträt) angeführte Schweizer Frauenstaffel den Exploit von Salt Lake City wiederholen kann. Dort hatten die Langläuferinnen sensationell Bronze gewonnen.

Im Eiskanal schliesslich stehen die Schweizer Karten wiederum sehr gut: Bobfahrer Martin Annen, vor vier Jahren Bronzemedaillen-Gewinner in den USA im Zweier, kann sowohl im kleinen wie auch im Viererbob aufs Podest fahren. Vorausgesetzt, er begeht unterwegs nicht zu viele Schnitzer. Denn beim Start sind die Schweizer absolut die Schnellsten.

Und im Skeleton, dem Schlitten, auf dem die Athleten bäuchlings und kopfvoran die Eisrinne hinunter sausen, haben Maya Pedersen-Bieri und Gregor Stähli nach hervorragenden Resultaten in der bisherigen Saison ebenfalls beste Aussichten.

Bleibt noch Curling: Für die Teams von Mirjam Ott bei den Frauen und Ralph Stöckli bei den Herren ist mindestens eine Medaille budgetiert.

swissinfo, Mathias Froidevaux
(Übertragung aus dem Französischen: Renat Künzi)

Fakten

Die Schweizer Delegation für Turin umfasst 130 Athletinnen und Athleten.
Erstmals dabei sind die Schweizer Eishockey-Spielerinnen.
Das Budget der Schweizer Olympia-Mission beläuft sich auf zwei Mio. Franken.
In Salt Lake City 2002 hatten 114 Sportlerinnen und Sportler aus der Schweiz teilgenommen.
1998 in Nagano waren es noch 74 gewesen.

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In Kürze

Swiss Olympic hat für die Schweizer Delegation ein Ziel von acht Medaillen festgelegt.

Die offizielle Hymne der Schweiz für Turin 2006 heisst "We are on fire!" ("Wir sind heiss!")

Vor vier Jahren in Salt Lake City gewann die Schweiz elf Medaillen, darunter drei Goldene).

Die Bilanzen davor: 1998 in Nagano 7 Medaillen, 1994 in Lillehammer 9, 1992 in Albertville 3 und 1988 in Calgary 15 Medaillen.

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