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Schweizer Bevölkerung beurteilt Gentechnik differenziert

Gentechnisch veränderte Pflanzen - wie hier an der Uni Zürich - sind in der Schweiz unerwünscht. Keystone

59 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind der Meinung, dass die Gentechnik ihr Leben verbessern wird. Obwohl die Akzeptanz der Gentechnik gestiegen ist, ist die Gruppe der Gegner (40 Prozent) immer noch grösser als die der Befürworter (30 Prozent).

Dieser Inhalt wurde am 19. September 2000 - 17:08 publiziert

Die Bevölkerung in der Schweiz hat eine geteilte Meinung zur Gentechnik. Das zeigt die am Dienstag (19.09.) in Zürich veröffentlichte Eurobarometer-Studie 2000. Für die Schweizer Teilstudie wurde in diesem Sommer eine Umfrage bei 1'010 Personen in der deutschen, welschen und italienischen Schweiz durchgeführt.

Gen Food, Gen Mais und Klonen von Tieren umstritten

Medizinische Anwendungen wie Gentests und gentechnisch hergestellte Medikamente werden von der Schweizer Bevölkerung im Grundsatz als nützlich, wenig riskant und moralisch vertretbar beurteilt. Dagegen werden gentechnisch veränderte Kulturpflanzen wie Genmais, gentechnisch hergestellte Lebensmitteln oder das Klonens von Tieren negativ beurteilt.

Besonders negativ ist die Haltung, wenn Gentechnik bei der Herstellung von Lebensmitteln eingesetzt wird. Mehr als die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass Gen Food schlicht überflüssig ist. Für zwei Drittel verstösst es gegen die Natur. Ausserdem macht jeder zweiten befragten Person der Gedanke daran Angst.

Sowohl in der Schweiz als auch in der EU wird dem Gen Food von allen Anwendungen das grösste Risiko zugeschrieben. Im Vergleich zu den EU-Ländern werden gentechnisch hergestellte Lebensmittel und veränderte Kulturpflanzen generell negativer beurteilt.

Zukunftserwartungen gestiegen

In der Schweiz sind die Zukunftserwartungen an die Gentechnik gestiegen. Während 1997 erst 37 Prozent der Meinung waren, dass die Gentechnik ihr Leben in den nächsten 20 Jahren verbessern wird, sind es heute 59 Prozent. Die Zukunftserwartungen haben sich vor allem in der Deutschschweiz und im Tessin ins Positive gewendet, in der Romandie waren sie bereits 1997 überwiegend positiv.

In den letzten drei Jahren ist die persönliche Akzeptanz der Gentechnik um etwa zehn Prozent gestiegen. In allen drei Sprachregionen gibt es heute mit etwa 30 Prozent gleich viele Befürworter, jedoch ist die Ablehnung in der Deutschschweiz und im Tessin mit über 40 Prozent deutlich ausgeprägter als in der Romandie mit 33 Prozent.

Die Schweizer Teilstudie des neuen "Eurobarometer Survey 2000" ist am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich konzipiert und ausgewertet worden. Sie ist Teil des EU-Forschungsprojekts "Life Sciences in European Society".

swissinfo und Agenturen

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