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Schweizer Gletscher schwinden weiter

Detail des Clariden-Gletschers im Kanton Uri. Der erste herbstliche Schneefall hat die Gletscherspalten abgedeckt. Keystone

Die Schweizer Gletscher schmelzen weiter. Dies hat die Messperiode 2001/2002 ergeben, die im Herbst abgeschlossen wurde.

Dieser Inhalt wurde am 10. Januar 2003 - 11:33 publiziert

Von den bereits ausgewerteten 64 Gletschern zogen sich 58 zurück, nur zwei stiessen vor. Vier blieben gleich.

Insgesamt werden in der Schweiz 121 Gletscher gemessen, wie die Glaziologische Kommission der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SANW) mitteilte. 64 seien bereits ausgewertet und zeigten ein so einheitliches Bild wie schon lange nicht mehr: Sie zogen sich zurück.

Am dramatischsten war der Rückzug am Surettagletscher in Graubünden: Seine Zunge schrumpfte um 94 Meter. Der Glacier du Mont Durand im Wallis hingegen legte sechs Meter zu.

Messresultate relativieren

Diese beiden Extremwerte seien allerdings zu hinterfragen, wie der Zürcher Glaziologe Martin Hoelzle betonte. Der Vorstoss im Wallis kam nicht durch kühleres Wetter und mehr Niederschlag zustande, sondern weil die verfirnte Altschneerücklage an der Gletscherzunge mehrere Jahre nicht weggeschmolzen war. So mass man den Firn mit und nicht den eigentlichen Gletscher, wie Hoelzle erklärte.

Auch der 94-Meter-Rückzug des Surettagletschers ist aus diesem Grund zu relativieren. Dieser Gletscher war zuvor aussergewöhnlich weit vorgestossen. Nun schmolzen an seiner Zunge die Altschneerückstände weg, woraus der Rückgang resultierte, sagte Hoelzle.

Kleine Gletscher reagieren schneller

Einige, besonders kleine Gletscher, zeigten ebenfalls beträchtliche Schwundmengen. Der Zungenrückgang sei ein langfristiges und verzögertes Signal, erklärte der Glaziologe weiter. Je grösser ein Gletscher sei, desto langsamer reagiere seine Zunge. Beim grossen Aletschgletscher etwa könne dies gut zehn Jahre dauern.

Unmittelbarere Rückschlüsse auf das Klima lässt eine Messung des Massenhaushalts eines Gletschers zu. Diese Bilanz zwischen dem Schneezuwachs und dem Eisabtrag wird an den drei Gletschern Basòdino (TI), Gries (VS) und Silvretta (GR) erhoben.

Alle drei Gletscher erfuhren 2001/2002 einen Massenverlust. In der vorangegangenen Periode war ihre Bilanz positiv oder ausgeglichen. Dies lässt sich laut SANW auf erhöhte Niederschläge zurückführen.

2001/2002 schwand die Masse des Griesgletschers im Nufenengebiet am stärksten. Den geringsten Verlust erlitt der Silvrettagletscher im hinteren Prättigau.

swissinfo und Agenturen

Fakten

121 Gletscher werden regelmässig gemessen
64 Gletscher bisher ausgewertet
davon zogen sich 58 zurück
4 stiessen vor
2 blieben gleich

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