Schweizer Niederlage gegen Tschechien

Der Schweizer Marcel Jenni (links) versucht vergebens, den gegnerischen Torhüter Milan Hnilicka zu bezwingen. swissinfo.ch

Das Schweizer Eishockey-Nationalteam wird mit grosser Wahrscheinlichkeit erstmals unter Ralph Krueger eine WM nicht unter den besten acht beenden. Nach dem 1:3 von Nürnberg gegen Tschechien steigen die Schweizer ohne einen Punkt in die Zwischenrunde.

Dieser Inhalt wurde am 01. Mai 2001 - 23:26 publiziert

Die Schweizer zeigten eine bravouröse kämpferische Leistung. Obwohl enorm unter Druck, gingen sie in der 16. Minute durch das zweite Weltmeisterschafts-Tor von Martin Plüss in Führung. Bis zur 44. Minute hielten sie dank einem unglaublich starken Torhüter Martin Gerber ein Unentschieden. Dann gelang Viktor Ujcik von Sparta Prag das siegbringende 2:1. Das alles entscheidende dritte Gegentor fiel erst in den Schluss-Sekunden durch Robert Reichel ins leere Tor. Reichel hatte nach 41 Sekunden des zweiten Drittels bereits den 1:1-Ausgleichstreffer erzielt.

Ein Auswärtsspiel für die Schweizer

In Nürnberg, bloss 60 Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, waren die Schweizer weit von einem Punktgewinn entfernt. Hätte Martin Gerber nicht seine beste Länderspiel-Leistung gezeigt, wäre die Partie wohl schon nach dem ersten Drittel entschieden gewesen. Alleine während der ersten 20 Minuten feuerten die von einem fanatischen Publikum nach vorne gepeitschten Tschechen 30 Schüsse ab. Drei gingen daneben, 15 hielt Gerber und sagenhafte zwölf Schüsse wurden von Schweizern abgelenkt oder abgeblockt.

Diese über 60 Minuten vorbildliche Defensivleistung wurde allerdings nur im ersten Drittel belohnt. Martin Plüss fälschte in der 16. Minute vor dem Tor einen Schuss von Mark Streit zum 1:0 ab.

Einbruch im zweiten Drittel

Ab dem zweiten Drittel lief die Partie nicht mehr für die Schweizer. Tschechien war beinahe permanent die überlegene Mannschaft. Und am Ende kam es so, wie es kommen musste: Ujcik stand in der 44. Minute im Slot alleine vor Martin Gerber und bezwang diesen mit einer Direktabnahme. Ausgleichschancen vermochten sich die Schweizer in der Folge keine mehr zu erarbeiten. Jeannin kam im Slot nicht an den Puck, Reichert und Plüss aus der Distanz bloss zu Schussversuchen.

Schwaches Powerplay

Am schwächsten im Schweizer Team war im dritten WM-Spiel zum wiederholten Male das Powerplay. Die Scheibe lief in Überzahl nicht, oder wenn doch, dann zu langsam. Die Tschechen liessen die Schweizer sechsmal in Überzahl üben. Bei der Hälfte der Chancen kamen die Schweizer nicht einmal zu einem Schussversuch.

Negativer Höhepunkt des Ganzen war das zweite Schweizer Powerplay beim Stand von 1:0 in der Schlussphase des ersten Drittels: Durch Reichel, Rucinsky und Kubina kamen die Tschechen während dieser zwei Minuten zu drei "Hundertprozentigen".

Viertelfinals kaum mehr realistisch

Für das Schweizer Team lässt die Leistung gegen die Tschechen zwar durchaus Hoffnungen auf Punktgewinne gegen Kanada oder Russland zu. Die Viertelfinals dürften jedoch in unerreichbare Ferne gerückt sein. Tschechien und Deutschland steigen mit drei Punkten in die Zwischenrunde in Hannover, die am Freitagnachmittag beginnt. Russland und Kanada starten mit mindestens zwei, einer davon wohl mit vier Punkten. Nur Italien beginnt wie die Schweiz in der zweiten Phase punktelos. Wollen die Schweizer die Runde der letzten acht doch noch erreichen, müssen sie gegen Russland, Kanada und Italien wohl das Punktemaximum holen.

swissinfo und Rolf Bichsel (SDA

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