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Schweizer Ölpreise noch nicht an Schmerzgrenze

Die Preisschilder werden seit Wochen regelmässig nach oben korrigiert.

(Keystone)

Laut Experten haben die Ölpreise in der Schweiz die Schmerzgrenze noch nicht erreicht, obwohl sie sich knapp unter 100 Dollar pro Barrel (113 Franken) bewegen.

Die Schweizer Wirtschaft ist heute weniger vom Erdölpreis abhängig als noch in den 1970er-Jahren. Dies auch, weil sich der Erdölanteil am Energieverbrauch von 80% auf 57 % verringert hat.

Abdullah al-Badri, der Generalsekretär der OPEC, der Organisation erdölexportierender Länder, spricht sich für eine strengere Reglementierung der Ölmärkte aus, um besser gegen Spekulationen vorgehen zu können, welche für die momentane Situation mitverantwortlich sind.

Insgesamt haben sich die Ölpreise in diesem Jahr um rund 60% erhöht. "Mit dem gegenwärtigen Preisniveau kann die 100-Dollar-Marke leicht erreicht werden. Aber wir denken nicht, dass sich dieses Niveau über längere Zeit halten wird. Wir sind der Ansicht, dass sich der Preis bald absenken wird", sagt Eliane Tanner, Analystin bei der Credit Suisse, gegenüber swissinfo.

Für Tanner ist der schwache Dollar für die Ölpreissteigerung mitverantwortlich. "Wir sehen aber auch, wie sich der Markt verschärft, und haben festgestellt, dass die Erdölvorräte zurückgehen. Auch das wirkt sich auf die Erdölpreise aus", sagt sie.

Und drittens sei die geopolitische Lage an der Grenze zwischen dem Irak und der Türkei noch nicht geklärt.

Rolf Hartl, Direktor der Schweizerischen Erdölvereinigung schliesst aber auch ein Klettern der Preise über die 100-Dollar-Marke nicht aus.

Steigende Nachfrage

"Die Nachfrage steigt immer noch, auch mit den gegenwärtigen hohen Ölpreisen. Das Angebot jedoch ist begrenzt auf die Produktion der Ölländer, insbesondere jener der OPEC", sagt Hartl gegenüber swissinfo.

"Zwischen Angebot und Nachfrage gibt es eine schmale Lücke. Dies stimuliert viele Investoren in Öl zu investieren, gerade um den sinkenden Dollar zu kompensieren. Dafür sind Rohstoffe, insbesondere Öl eine sehr gute Alternative."

In der Schweiz habe sich die Situation seit den 1970er Jahren, als das Land von zwei Ölkrisen gebeutelt wurde, grundlegend verändert, sagt Hartl. "Unsere Wirtschaft kann die hohen Ölpreise verkraften, denn die Öl- und Energiepreise machen nur etwa 4% der Schweizer Haushalts-Aufwendungen aus. Dieser Wert war in den 1970er Jahren signifikant höher. Heute sind wir vom Ölpreis nicht mehr so abhängig", sagt Hartl.

Zapfsäulenpreise

Auch die Konsumenten scheinen sich an die steigenden Preise zu gewöhnen, so Hartl. Trotz den steigenden Ölpreisen habe der Konsum in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.

"Die Reizschwelle ist offenbar noch nicht erreicht", sagt Hartl. Mit einem Preis von deutlich weniger als zwei Franken, sei der Benzinpreis immer noch tiefer als in den meisten andern europäischen Ländern.

Dennoch sei die Schweizer Wirtschaft nicht völlig unabhängig von den globalen Märkten. "Die Schweizer Wirtschaft ist stark von Exporten abhängig. Wenn der hohe Öl-Preis die Weltwirtschaft in ein eine Rezession treiben würde, dann würde auch die Schweizer Wirtschaft leiden."

swissinfo, Isobel Leybold-Johnson
(Übertragung aus dem Englischen: Etienne Strebel, Andreas Keiser)

In Kürze

Die weltweit grössten Erdölförderer sind Saudi-Arabien, Russland, die USA, Iran, Mexico und China.

Der Erdölanteil am schweizerischen Energieverbrauch hat sich von 80% im Jahr 1973 auf 57 % im Jahr 2005 verringert.

Das auch als Folge der beiden Erdölkrisen von 1973 und 1979, welche die Anfälligkeit einer einseitigen Energieversorgung aufgezeigt haben.

Mit 57% bleibt Erdöl der wichtigste Energieträger. Die Wasserkraft hat einen Anteil von 14%, Gas 12% und die Atomenergie 10%.

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