Navigation

Skiplink navigation

Seit 20 Jahren ein Unikum: Das Jahrbuch Schweiz-Dritte Welt

Neue Dimension in der Entwicklungszusammenarbeit: Die Schweiz finanziert eine Bäckerei in Voronesh, Russland. Keystone

Vor 20 Jahren wurde es vom Universitäts-Institut für Entwicklungs-Studien in Genf gegründet: Das Jahrbuch Schweiz-Dritte Welt. Was zuerst eher als Unterrichtsmaterial gedacht war, entwickelte sich im Lauf der Jahre zu einem hochkarätigen Arbeitsinstrument für alle, die sich mit bilateraler Zusammenarbeit beschäftigen.

Dieser Inhalt wurde am 28. Juni 2001 - 17:38 publiziert

1981 erschien die Nummer 1 des Jahrbuchs Schweiz-Dritte Welt. Anstoss zur Gründung der Publikation sei das Bedürfnis gewesen nach einer systematischen Sammlung der Aktivitäten der Schweiz im bilateralen und multilateralen Nord-Süd-Kontext, sagt Monika Egger gegenüber swissinfo. Sie ist seit 18 Jahren Mitglied der Redaktions-Kommission des Jahrbuchs und war während 15 Jahren auch Redaktorin der Publikation.

Nord-Süd plus Ost

In den 20 Jahren habe sich das Volumen des Jahrbuchs verdoppelt. Aber nicht nur das. Monika Egger: "Auch die Thematik ist klar ausgeweitet worden: Nord-Süd hat sich um die Dimension Ost-Zusammenarbeit erweitert; denn ein Teil der Ost-Länder fällt auch unter die Kategorie Entwicklungsländer."

Breites Zielpublikum

Das Zielpublikum des Jahrbuches sei vielgefächert, sagt Monika Egger. Hauptnutzer seien Bundesstellen wie die Direktion für Zusammenarbeit und Entwicklung (DEZA) und das Staatsekretariat für Wirtschaft. Das Jahrbuch sei Arbeitsinstrument für alle jene Frauen und Männer, die in ihrer Alltagsarbeit bilaterale Zusammenarbeit konzipieren, evaluieren, umsetzen, und kontrollieren.

Dazu kämen wissenschaftliche Adressaten wie Universitäten, Hochschulen, Bibliotheken und auch private Nutzer wie Hilfswerke oder Medienleute. Auch internationale Organisationen seien Abnehmer des in französischer und deutscher Sprache herausgegebenen Jahrbuchs; ebenso Fachleute in Deutschland und Österreich sowie im frankophonen Raum, also in Frankreich, Kanada und Afrika.

Laut Monika Egger ist das Jahrbuch Schweiz-Dritte Welt ein "Unikum", einzigartig in der Schweiz. Es gäbe keine andere Publikation, die seit 20 Jahren derart systematisch und chronologisch die Aktivitäten der Schweiz in den Entwicklungsländern aufzeige und damit auch eine Trendanalyse abgebe.

Nord-Süd: Was sich (nicht) verändert hat

In den Beziehungen Nord-Süd hat sich seit Beginn der achziger Jahre einiges verändert. Monika Egger nennt aber einen wichtigen Punkt, der sich nicht verändert hat: Die Armut in der Dritten Welt, welche die internationale Entwicklungs-Zusammenarbeit seit über 50 Jahren zu mindern versucht, besteht weiterhin und hat sich zum Teil vergrössert. Die Entwicklungsgräben hätten nicht aufgefüllt werden können.

Gleichzeitig seien die Probleme der Unterentwicklung komplexer und vielschichtiger geworden. Heute gäbe es nicht nur die Nord-Süd-Dimension, sondern auch, seit dem Zerfall der Sowjetunion, eine Ost-Dimension.

Grösseres Problem-Bewusstsein

Als positive Veränderung in den letzten 20 Jahren sieht Monika Egger die Tatsache, dass man heute ein grösseres Problem-Bewusstsein habe. Das mache die Arbeit nicht einfacher, aber vielleicht nachhaltiger. "Wir müssen uns längere Zeithorizonte geben. Und das Jahrbuch liefert hier einen wichtigen analytischen Beitrag zur Bewältigung dieser Komplexität der Herausforderungen im Bereich der Unterentwicklung", sagt Monika Egger gegenüber swissinfo.

Das Jahrbuch Schweiz-Dritte Welt wird vom Genfer Universitätsinstitut für Entwicklungsstudien (IUED) herausgegeben. Für diese Publikation erhält das IUED Gelder vom Bund und vom Kanton Genf. Hauptthema der Jubiläumsnummer 20 ist die Privatsektor-Förderung im Rahmen der Entwicklungs-Zusammenarbeit. Dem Thema ist ein ein Dossier gewidmet.

Jean-Michel Berthoud

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen