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SGB-Parole für den 1. Mai: Arbeit muss sich lohnen

Der 1. Mai steht in der Schweiz auch im Jahr 2000 unter der traditionellen Forderung nach mehr Lohn. Mit einer Strei-Broschüre ruft der SGB die Arbeitnehmenden auf, zur Durchsetzung der Forderungen die "Kraft der kollektiven Aktion" wieder zu entdecken.

Dieser Inhalt wurde am 26. April 2000 - 13:16 publiziert

Zum "Tag der Arbeit" besinnen sich die Gewerkschaften in der Schweiz auf das Kampfmittel Streik. Der 1. Mai steht zwar unter der traditionellen Forderung nach mehr Lohn. Mit einer Streik-Broschüre ruft der SGB die Arbeitnehmenden aber auch auf, zur Durchsetzung der Forderungen die "Kraft der kollektiven Aktion" wieder zu entdecken.

"Bilanziert man die neunziger Jahre aus Sicht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, so handelt es sich um ein verlorenes Jahrzehnt", sagte SGB-Präsident Paul Rechsteiner am Mittwoch (26.04.) an einer Medienkonferenz des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes (SGB) zum 1. Mai, der am kommenden Montag gefeiert wird.

Die Wirtschaftskrise und die Arbeitslosigkeit seien schamlos ausgenützt worden, um die Löhne zu drücken und die Arbeitsbedingungen zu verschlechtern.

Inzwischen sieht der Gewerkschaftsbund Zeichen einer gesellschaftlichen Veränderung. An verschiedenen Orten beginnen sich die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu bewegen und sind nicht mehr bereit, sich alles bieten zu lassen, wie Rechsteiner sagte.

Die Arbeitskämpfe und Aktionen des vergangenen und des laufenden Jahres dokumentiert der SGB in einer Broschüre "Streiks in der Schweiz - Zeichen der Veränderung". Rechsteiner versteht die Broschüre als Ermutigung.

Subjektiv liege der Streik für viele in der Schweiz noch immer ausserhalb des Vorstellungsvermögens. Allerdings seien die Voraussetzungen für erfolgreiche Streiks heute eher besser als früher; verbessert hätten sich auch die rechtlichen Rahmenbedingungen, schreibt er im Vorwort.

Bis Ende der 40-er Jahre war die Schweiz laut dem SGB-Präsidenten bezüglich Streikhäufigkeit und Streikintensität ein ganz normales europäisches Land. Die folgenden Jahrzehnte seien durch die Beteiligung der Arbeitnehmenden an den Produktivitätsfortschritten gekennzeichnet gewesen. Der Verzicht auf den Einsatz des Kampfmittels Streik, ausser in Ausnahmesituationen, habe sich ausgezahlt. Geändert habe sich dies schlagartig mit dem Beginn der 90-er Jahre.

Als Parole für den 1. Mai hat der SGB die Forderung "Arbeit muss sich lohnen. Kein Lohn unter 3'000 Franken" ausgegeben. Er setzt damit eine seit längerem laufende Kampagne für höhere Mindestlöhne fort.

swissinfo und Agenturen

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