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Sky Marshals: Für die Schweiz nichts Neues

Einer dieser Passagiere könnte ein Sky Marshal sein.

(Keystone Archive)

Die Forderung der USA nach bewaffneten Flugbegleitern, so genannten Sky Marshals, ist in etlichen Ländern umstritten. Die Schweiz hat mit solchen Einsätzen schon 30 Jahre Erfahrung.

Die USA haben jüngst angekündigt, dass sie in Zukunft für bestimmte Flüge den Einsatz von Sky Marshals vorschreiben werden.

Die Schweiz hatte mit dem Einsatz bewaffneter Flugbegleiter begonnen, nachdem im Jahre 1970 eine Swissair-Maschine entführt worden war.

Die Maschine war unterwegs von Zürich nach New York, als sie von palästinensischen Terroristen nach Jordanien entführt wurde. Nachdem sie alle Passagiere und die Crew unversehrt freigelassen hatten, sprengten die Entführer das Flugzeug in die Luft.

Widerstand in Europa



Wie bei der Swiss werden auch bei der deutschen Lufthansa schon heute auf gewissen Flügen Sky Marshals eingesetzt. Mit ihrer Forderung nach dem Einsatz von Sky Marshals stossen die USA jedoch in anderen europäischen Ländern auf Widerstand.

Dänemark und Schweden schlossen hingegen den Einsatz bewaffneter Flugbegleiter aus, während die zivile portugiesische Luftfahrts-Behörde erklärte, dass es gefährlich sein könnte, geladene Waffen an Bord zu haben.

In Grossbritannien haben Piloten und die nationale Fluggesellschaft grosse Bedenken gegenüber den Plänen der Regierung, die auf gewissen Flügen auf diese Weise die Sicherheit an Bord verstärken will.

Zusätzliche Sicherheit

Anders das Bild in der Schweiz: Die Piloten und die nationale Fluggesellschaft Swiss unterstützen die Präsenz von Sky Marshals auf gewissen Flügen. Ihre Kollegen in anderen europäischen Ländern hätten keinen Grund, sich vor der Einführung solcher Massnahmen zu fürchten.

Für ihn und seine Kollegen seien die bewaffneten Begleiter einfach eine zusätzliche Sicherheits-Massnahme, erklärt Christian Frauenfelder, Vize-Präsident der Pilotengewerkschaft Aeropers, gegenüber swissinfo.

"Ich weiss nicht, wieso sich Piloten anderswo dagegen wehren", sagt Frauenfelder. "Wir machten gute Erfahrungen mit unseren Sky Marshals, es ist für uns normal, sie an Bord zu haben."

Auf gewissen Strecken Teil des Alltags



Auch Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel verweist darauf, dass die bewaffneten Begleiter auf vielen Swiss-Flugzeugen zum Tagesgeschäft gehörten; es gebe keinen Grund, sich darüber Sorgen zu machen.

"Wir tun dies jetzt schon mehr als 30 Jahre. Wir haben gut ausgebildete Leute. Nie gab es ein Problem damit. Wir teilen also die Befürchtungen nicht, die man aus anderen europäischen Ländern hört."

"Auf gewissen Strecken sind die bewaffneten Flugbegleiter Routine", sagt Donzel gegenüber swissinfo weiter. "Und wenn es die internationale Lage erfordert, können wir sofort reagieren und sie auch auf andern Flügen einsetzen."

Wenn die USA für gewisse Flüge den Einsatz solcher Sicherheitsleute vorschreiben würden, wäre dies für die Swiss denn auch kein Problem, sagt Donzel.

"Unsichtbare" Präsenz



Die Sky Marshals kommen aus den Kontingenten der Kantonspolizeien, die Oberaufsicht liegt aber beim Bundesamt für Polizei.

Die Einsätze der bewaffneten Flugbegleiter dürften im Turnus erfolgen, damit sie nicht auf gewissen Flügen zu regelmässigen Reisenden werden.

Identität und weitere Details zur Ausbildung und dem Einsatz der Sky Marshals sind aus Sicherheitsgründen vertraulich.

Die Crew eines Fluges ist aber jeweils über die Präsenz eines bewaffneten Flugbegleiters an Bord informiert. Sie wissen auch, um wen es sich handelt und wie er aussieht, wie Christian Frauenfelder erklärt.

"Für unsere Passagiere hingegen ist der Sky Marshal unsichtbar."

Keine Schüsse



In den mehr als 30 Jahren, in denen sie nun eingesetzt werden, haben die bewaffneten Schweizer Flugbegleiter nie einen Schuss abfeuern müssen.

Für Frauenfelder auch ein Zeichen dafür, dass die bewaffneten Begleiter eine gute Sicherheits-Massnahme darstellen.

"Die beste Sicherheit ist die Prävention", erklärt der Aeropers-Vize weiter. Wenn der Begleiter seine Waffe einsetzen müsse, sei dies ein Zeichen dafür, dass ein Glied in der Sicherheits-Kette versagt habe.

"Wenn Terroristen wissen, dass an Bord strikte Sicherheitsmassnahmen herrschen, hat dies wahrscheinlich auch eine abschreckende Wirkung", sagt Frauenfelder.

swissinfo, Imogen Foulkes
(Übertragung aus dem Englischen: Rita Emch)

In Kürze

Die Schweiz setzt seit der Entführung einer Swissair-Maschine 1970 auf den Einsatz bewaffneter Flugbegleiter.

Auf gewissen Strecken erfolgt der Einsatz von Sky Marshals unterdessen routinemässig; wenn es die internationale Lage erfordert, können sie ohne Probleme auch für andere Flüge eingesetzt werden.

Bekannt ist, dass neben der Swiss auch die israelische El Al und die Sri Lankan Airlines bewaffnete Flugbegleiter an Bord haben.

Dänemark und Schweden wollen der Forderung der USA nach dem Einsatz von Sky Marshals auf gewissen Transatlantik-Flügen nicht nachkommen.

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